Meine Lieben
Es kann nicht oft genug gesagt werden: wir müssen die kommende Energieknappheit mit vielen verschiedenen Mitteln lösen. Am allerwichtigsten ist das Einsparen von unnütz verschwendeter Energie: zuviele Kähne, Laster, Flugzeuge und Autos fahren praktisch leer umher. Zuviele Häuser heizen die Aussenluft. Zuviel Nahrung wird wohl zubereitet, aber nicht gegessen. Zuviele Menschen essen viel zu viel, während andere hungern.
Einer der grössten Skandale unserer Zeit ist aber, dass Agrarprodukte für Autotanks statt Teller produziert werden:
Vom Getreide, das benötigt wird, um den 100 Liter-Tank eines Geländewagens zu füllen, kann sich ein Mensch ein Jahr lang ernähren!
Heute habe ich von www.regenwald.org folgende Nachricht erhalten:
*****
29. November 2007 -- http://www.net-tribune.de/article/291107-196.php
Evangelisches Hilfswerk gegen Bio-Treibstoffe [ich hätte lieber "Agro-Treibstoffe" gelesen]
Kassel - Das evangelische Hilfswerk «Brot für die Welt» hat vor wachsendem Hunger durch den zunehmenden Anbau von Energiepflanzen gewarnt. «Nahrungsmittel werden immer häufiger zur Sättigung des weltweiten Rohstoffhungers missbraucht», sagte die Direktorin des Hilfswerks, Cornelia Füllkrug-Weitzel, am Mittwoch bei der Vorstellung der diesjährigen Adventsaktion von «Brot für die Welt» in Kassel. Dies gefährde die Ernährung von Millionen Menschen.
Füllkrug-Weitzel sagte, nach Schätzungen von Experten werde die Zahl der Hungernden bis 2025 von derzeit 854 Millionen auf 1,2 Milliarden Menschen steigen, wenn weiterhin Nahrungsmittel als Treibstoffe eingesetzt werden: «In Indonesien, Kolumbien und Brasilien werden Regenwälder abgeholzt, um Platz für Palmöl- und Zuckerrohrplantagen zu schaffen.» Dies zeige deutlich, dass der Klimaschutz nur als Feigenblatt für das globale Wettrennen um Energie diene.
Dass Nachsehen hätten in dieser Situation oft die Kleinbauern, kritisierte die Direktorin. Sie müssten immer häufiger mit multinationalen Agro-Unternehmen um Land, Wasser und Märkte konkurrieren. Schutz und Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft aber seien für die Ernährung der Menschheit unverzichtbar. «Brot für die Welt» unterstütze daher Kleinbauern in den Entwicklungsländern, damit diese durch nachhaltige und ökologische Landwirtschaft ihre Erträge steigern und neue Märkte erschließen könnten.
Die diesjährige Adventsaktion von «Brot für die Welt» steht unter dem Motto «Gottes Spielregeln für eine gerechte Welt». Die Aktion wird am kommenden Sonntag mit einem Gottesdienst in Marburg eröffnet.
HINWEIS AUF DAS BUCH
Volle Tanks - leere Teller. Der Preis für Agrotreibstoffe: Hunger, Vertreibung, Umweltzerstörung
Mit dem Getreide, das benötigt wird, um den 100 Liter-Tank eines Geländewagens zu füllen, kann ein Mensch ein Jahr ernährt werden.
Ob es ethisch zu rechtfertigen ist, Nahrungsmittel in Treibstoff umzuwandeln, ist eine der Fragen, die das Buch "Volle Tanks - leere Teller" aus der Reihe caritas international - brennpunkte aufwirft. Die von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten forcierten "Agrotreibstoffe" haben in der Agrar-Branche Goldgräberstimmung aufkommen lassen.
Das gilt auch für die Dritte Welt, wo derzeit Plantagen gigantischen Ausmaßes entstehen. Die Konsequenzen sind verheerend: Verlust der Biodiversität, Anheizen des Weltklimas und Hunger. Die Buchautoren ergründen Ursachen und Wirkungen dieses Geschehens mit Analysen und Reportagen von den Brennpunkten.
Volle Tanks - leere Teller. Der Preis für Agrokraftstoffe: Hunger, Vertreibung, Umweltzerstörung
Wolfgang Hees, Oliver Müller, Matthias Schüth (Hrsg.)
caritas international - brennpunkte 2007, ca. 200 Seiten, mit vierfarbigen Abbildungen
EUR 25,00/SFr 43,90 ISBN 978-3-7841-1791-1
bei [...] http://www.lambertus.de
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Die Hervorhebungen im obigen Text sind von mir.
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Tuesday, 4 December 2007
Saturday, 3 November 2007
Online-Petition gegen Gentech-Agrodiesel
Guten Tag,
Heute möchte ich eine online Petition gegen Gentech-Agrodiesel bekannt machen. Hier die Nachricht, die soeben von www.regenwald.org eingegangen ist (mehr auch, auf englisch, unter www.stopbp-berkeley.org, wo PB massives Fehlverhalten und Intransparenz nicht nur in Bezug auf dieses Geschäft vorgeworfen wird):
*****
Stud[ierende] der Universität von Berkeley haben eine dringende internationale Petition gegen eine geplante Vereinbarung zwischen ihrer Hochschule und dem Energiekonzern BP gestartet.
Kernstück des Vertrags sind Investitionen in Höhe von 500 Millionen Dollar, die vor allem der Erforschung von Bio-Kraftstoffen dienen sollen – inklusive gentechnischer Veränderungen der Ausgangspflanzen. Käme er zustande, wäre dies eine der größten Finanzspritzen aus der Industrie an eine Universität.
Die Stud[ierende]n, aber auch eine Reihe an Wissenschaftler[Inne]n, zeigen sich wegen der Vertragsinhalte jedoch sehr besorgt. Unberücksichtigt blieben beispielsweise ökologische Fragen oder soziale Folgen der Vereinbarung – darunter auch die unbekannten Auswirkungen von gentechnisch veränderten Bakterien, Pilzen und Pflanzen, die im Rahmen der Zellulose-Ethanol-Forschung entwickelt werden sollen.
BP behält starken Einfluss auf alle Entscheidungen: Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt deshalb vor allem auf der Entwicklung patentierbarer Technologien und dient nicht allgemein der Öffentlichkeit, so die Studentenvertretung weiter. Laut der Stoppt-BP-Berkeley-Kampagne (www.stopbp-berkeley.org) geht zudem ein Teil des Geldes an Forschungsarbeiten zu Öl und Kohle.
Der designierte Direktor des neu im Rahmen des Vertrags zu gründenden Instituts für Energie und Biowissenschaften Chris Somerville wird mit den Worten zitiert: „Ich bin überzeugt, dass jede Pflanze, die Menschen einmal nutzen werden, letzten Endes gentechnisch verändert sein wird.“
Die Petition findet sich unter:
http://www.thepetitionsite.com/1/international-petition-on-bps-500m-project-to-genetically-engineer-biofuels
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Heute möchte ich eine online Petition gegen Gentech-Agrodiesel bekannt machen. Hier die Nachricht, die soeben von www.regenwald.org eingegangen ist (mehr auch, auf englisch, unter www.stopbp-berkeley.org, wo PB massives Fehlverhalten und Intransparenz nicht nur in Bezug auf dieses Geschäft vorgeworfen wird):
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Stud[ierende] der Universität von Berkeley haben eine dringende internationale Petition gegen eine geplante Vereinbarung zwischen ihrer Hochschule und dem Energiekonzern BP gestartet.
Kernstück des Vertrags sind Investitionen in Höhe von 500 Millionen Dollar, die vor allem der Erforschung von Bio-Kraftstoffen dienen sollen – inklusive gentechnischer Veränderungen der Ausgangspflanzen. Käme er zustande, wäre dies eine der größten Finanzspritzen aus der Industrie an eine Universität.
Die Stud[ierende]n, aber auch eine Reihe an Wissenschaftler[Inne]n, zeigen sich wegen der Vertragsinhalte jedoch sehr besorgt. Unberücksichtigt blieben beispielsweise ökologische Fragen oder soziale Folgen der Vereinbarung – darunter auch die unbekannten Auswirkungen von gentechnisch veränderten Bakterien, Pilzen und Pflanzen, die im Rahmen der Zellulose-Ethanol-Forschung entwickelt werden sollen.
BP behält starken Einfluss auf alle Entscheidungen: Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt deshalb vor allem auf der Entwicklung patentierbarer Technologien und dient nicht allgemein der Öffentlichkeit, so die Studentenvertretung weiter. Laut der Stoppt-BP-Berkeley-Kampagne (www.stopbp-berkeley.org) geht zudem ein Teil des Geldes an Forschungsarbeiten zu Öl und Kohle.
Der designierte Direktor des neu im Rahmen des Vertrags zu gründenden Instituts für Energie und Biowissenschaften Chris Somerville wird mit den Worten zitiert: „Ich bin überzeugt, dass jede Pflanze, die Menschen einmal nutzen werden, letzten Endes gentechnisch verändert sein wird.“
Die Petition findet sich unter:
http://www.thepetitionsite.com/1/international-petition-on-bps-500m-project-to-genetically-engineer-biofuels
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Thursday, 20 September 2007
Ein Blick über die Grenzen: Peru, Ecuador
Guten Tag!
Heute schreibe ich mal selber.
Gestern Abend nahm ich an der 3. Veranstaltung in einer Serie von sechsen teil, in der es um nachhaltiges Wirtschaften, Umweltschutz usw. in Lateinamerika geht. Die Reihe heisst Ökologie und nachhaltige Entwicklung – Ein Wunschtraum für Lateinamerika?
Sie wird von ALAS – Asociación LatinoAmérica-Suiza – unter Mitarbeit von ask! – Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien und mit Unterstützung von zahlreichen NROs organisiert.
Programm: http://www.alasberna.org
Nächste Veranstaltung: Mittwoch, 26.9.07, 19h, Käfigturm Bern (spanisch, mit Simultanübersetzung):
Turismo sostenible en Latinoamérica: ejemplos concretos (Nachhaltiger Tourismus in Lateinamerika: konkrete Beispiele)
mit Dina Bauer, Forum Anders Reisen (Freiburg iBr) und Mark Schmid, Präsident Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung (Basel)
Jetzt aber zu gestern Abend:
Zum Thema Explotación de recursos naturales en América Latina (Ausbeutung der natürlichen Bodenschätze in Lateinamerika) hörten wir zwei Präsentationen:
1. sprach Hildegard Willer, Peru-Koordinatorin der bmi – Bethlehem-Mission Immensee, zum Thema Minería de oro y cobre en los Andes peruanos (Gold- und Kupferminen in den peruanischen Anden), fachlich unterstützt vom Geographen (und Nebenfach-Geologen) Jonas Lambrigger und seinen eindrücklichen Posters aus Peru.
2. referierte der extra aus Ecuador angereiste Wissenschaftler (Soziologe, Ökonom, Ingenieur) Carlos Larrea der Universidad Andina Simón Bolivar in Quito zum Thema ¿Conservación o explotación petrolera en el Parque Nacional Yasuní (ITT) / Ecuador? – Un dilema histórico. (Umweltschutz oder Ausbeutung der Erdölvorkommen im Yasuní Nationalpark (ITT) / Ecuador? – Ein historisches Dilemma.
Zum ersten Teil - Hildegard Willer über "Minería de oro y cobre en los Andes peruanos":
Wir hörten, was für ungeheure Umweltschäden Gold-, Silber-, Nickel- und Kupferminen usw. in den Peruanischen Anden anrichten. Für ca. 1 g (ein Gramm) Gold wird ca. 1 t (eine Tonne!) Material ausgehoben und gewaschen. Dabei wird jede Menge Schwefel freigesetzt, der sich im Wasser zu Schwefelsäure verwandelt und u.a. Schwermetalle aus dem Boden und dem Gestein löst. Das wunderbare Gebräu versickert zumeist und kann über Hunderte von Quadratkilometern die schlimmsten Umweltschäden anrichten (Gewässerverschmutzung, Bodenvergiftung, Vergiftung der Menschen durch giftigen Staub usw.). Zudem stellt sich die Frage nach dem Verbrauch von Süsswasser, das gerade in den Anden eher ein knappes Gut ist.
Um die ganze Problematik kümmert sich kaum je mehr als ein armer Bauer oder eine mundtote Gemeinschaft von vorwiegend Indigenen – die "sozialdemokratische" Regierung Perus hört offensichtlich nur auf den Ruf des schnellen Geldes und auf die Stimmen der Geschäftemacher in der Hauptstadt.
Zwar ist Peru eines der wichtigsten Goldländer der Welt, aber ein peruanischer Goldschmied muss Gold aus dem Ausland importieren (der Schweiz, zum Beispiel), wo es raffiniert worden ist, und dann auch die gleiche Menge Gold wieder exportieren, sonst muss er überrissene Goldimport-Steuern bezahlen. Irrsinn! Der ganze Handel ist eng reglementiert und kontrolliert - so richtig nach dem alten kolonialen Muster und dem alten patriarchalen Weltbild, wobei auch Schweizer Firmen massgeblich beteiligt sind.
Erst ganz, ganz langsam beginnen sich die Menschen vor Ort zu wehren, zum Beispiel in der Nähe der Goldmine von Yanacocha. Langsam, langsam werden auch die Minengesellschaften in die Pflicht genommen und investieren nicht nur in die Exploration und Ausbeutung, sondern hie und da auch ins Aufräumen. Doch da liegen noch ganze Berge von Abraum vor der Menschheit, die Landstriche so gross wie die halbe Schweiz verseuchen, z.T. seit Jahrzehnten! Wer das alles bezahlen wird, steht noch in den Sternen.
Hildegard Willer stellte am Schluss auch die Frage in den Raum, wo die Goldströme genau durch ziehen von den Minen bis zur Käuferin und zum Käufer. Hier besteht noch grosser Informationsbedarf, gerade auch in der Schweiz.
Wie angekündigt, referierte im zweiten Teil der extra aus Ecuador angereiste Wissenschaftler Carlos Larrea zum Thema ¿Conservación o explotación petrolera en el Parque Nacional Yasuní (ITT) / Ecuador? – Un dilema histórico.
Carlos Larrea zeigte uns anhand von Satellitenbildern von Mitte 1990er-Jahre und ca. 2005, was für ungeheure Verwüstungen die Erdölförderung im Regenwald des Amazonas hinterlässt. Der Verlust an unberührtem Regenwald und einer noch gar nicht erforschten Biodiversität ist unermesslich. An der Grenze zu Brasilien, im Nordosten des Landes liegt der Yasuní Nationalpark. Etwas südlich davon befindet sich eine grosse Zone unberührten Waldes, in die sich einige Ureinwohner zurück gezogen haben, weil sie sich von unserer "zivilisierten" Welt bedroht fühlten. Es ist ein Irrwitz, in diesem Gebiet die reichlichen Erdölvorkommen auszubeuten.
Doch Ecuador braucht dringend Devisen, gleich wo sie herkommen. Nun gibt es ein hochinteressantes Projekt, Erdölvorkommen in der Grössenordnung von weniger als 1% der gesamten Weltproduktion im Boden zu lassen anstatt im Lauf von ca. 15 Jahren ein Gebiet von 1/4 der Schweiz zu zerstören – für eine Betriebszeit von ca. 15 Jahren, wohlverstanden! Und für eine Ausbeute, die gerade mal 13 Tage des Erdölverbrauchs unserer wunderbaren Welt befriedigt! Stattdessen soll Ecuador Zertifikate ausstellen können, die u.a. auch von Privaten wie Dir und mir gekauft werden könnten und bestätigen, dass für den Gegenwert die Menge eines Fasses (Barrel) Erdöl im Boden bleibt und Sozial- und Umweltprojekte finanziert werden.
Also, wer mich fragt: Ich kann es kaum erwarten, dass solche Zertifikate auf den Markt kommen. Auch bin ich damit nicht allein: Kaum wurde das Projekt publiziert, leistete Spanien eine erste symbolische Zahlung. Auch andere EU-Länder zeigen grosses Interesse.
Zu diesem Thema ist übrigens inzwischen ein interessanter Artikel veröffentlicht worden, im Guardian Weekly vom 28.09.07, S. 43: "International Development – Ecuador asks to leave oil alone "(Ecuador verlangt vom Westen, dass seine Ölreserven unangetastet bleiben sollen)!
Der Guardian-Korrespondent Rory Carroll berichtet aus Lago Agrio, an der Nordostgrenze von Ecuador zu Kolumbien.
Ich könnte und möchte noch viel mehr berichten, aber da ich diesen Blog völlig ohne Entgelt in meiner knapp bemessenen Freizeit unterhalte, muss und will ich jetzt wieder etwas bezahlte Arbeit leisten.
Auf Wiederlesen -- und danke für jegliche Kommentare!
Paz, Friede -- Justicia, Gerechtigkeit -- Respeto, Respekt!
Heute schreibe ich mal selber.
Gestern Abend nahm ich an der 3. Veranstaltung in einer Serie von sechsen teil, in der es um nachhaltiges Wirtschaften, Umweltschutz usw. in Lateinamerika geht. Die Reihe heisst Ökologie und nachhaltige Entwicklung – Ein Wunschtraum für Lateinamerika?
Sie wird von ALAS – Asociación LatinoAmérica-Suiza – unter Mitarbeit von ask! – Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien und mit Unterstützung von zahlreichen NROs organisiert.
Programm: http://www.alasberna.org
Nächste Veranstaltung: Mittwoch, 26.9.07, 19h, Käfigturm Bern (spanisch, mit Simultanübersetzung):
Turismo sostenible en Latinoamérica: ejemplos concretos (Nachhaltiger Tourismus in Lateinamerika: konkrete Beispiele)
mit Dina Bauer, Forum Anders Reisen (Freiburg iBr) und Mark Schmid, Präsident Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung (Basel)
Jetzt aber zu gestern Abend:
Zum Thema Explotación de recursos naturales en América Latina (Ausbeutung der natürlichen Bodenschätze in Lateinamerika) hörten wir zwei Präsentationen:
1. sprach Hildegard Willer, Peru-Koordinatorin der bmi – Bethlehem-Mission Immensee, zum Thema Minería de oro y cobre en los Andes peruanos (Gold- und Kupferminen in den peruanischen Anden), fachlich unterstützt vom Geographen (und Nebenfach-Geologen) Jonas Lambrigger und seinen eindrücklichen Posters aus Peru.
2. referierte der extra aus Ecuador angereiste Wissenschaftler (Soziologe, Ökonom, Ingenieur) Carlos Larrea der Universidad Andina Simón Bolivar in Quito zum Thema ¿Conservación o explotación petrolera en el Parque Nacional Yasuní (ITT) / Ecuador? – Un dilema histórico. (Umweltschutz oder Ausbeutung der Erdölvorkommen im Yasuní Nationalpark (ITT) / Ecuador? – Ein historisches Dilemma.
Zum ersten Teil - Hildegard Willer über "Minería de oro y cobre en los Andes peruanos":
Wir hörten, was für ungeheure Umweltschäden Gold-, Silber-, Nickel- und Kupferminen usw. in den Peruanischen Anden anrichten. Für ca. 1 g (ein Gramm) Gold wird ca. 1 t (eine Tonne!) Material ausgehoben und gewaschen. Dabei wird jede Menge Schwefel freigesetzt, der sich im Wasser zu Schwefelsäure verwandelt und u.a. Schwermetalle aus dem Boden und dem Gestein löst. Das wunderbare Gebräu versickert zumeist und kann über Hunderte von Quadratkilometern die schlimmsten Umweltschäden anrichten (Gewässerverschmutzung, Bodenvergiftung, Vergiftung der Menschen durch giftigen Staub usw.). Zudem stellt sich die Frage nach dem Verbrauch von Süsswasser, das gerade in den Anden eher ein knappes Gut ist.
Um die ganze Problematik kümmert sich kaum je mehr als ein armer Bauer oder eine mundtote Gemeinschaft von vorwiegend Indigenen – die "sozialdemokratische" Regierung Perus hört offensichtlich nur auf den Ruf des schnellen Geldes und auf die Stimmen der Geschäftemacher in der Hauptstadt.
Zwar ist Peru eines der wichtigsten Goldländer der Welt, aber ein peruanischer Goldschmied muss Gold aus dem Ausland importieren (der Schweiz, zum Beispiel), wo es raffiniert worden ist, und dann auch die gleiche Menge Gold wieder exportieren, sonst muss er überrissene Goldimport-Steuern bezahlen. Irrsinn! Der ganze Handel ist eng reglementiert und kontrolliert - so richtig nach dem alten kolonialen Muster und dem alten patriarchalen Weltbild, wobei auch Schweizer Firmen massgeblich beteiligt sind.
Erst ganz, ganz langsam beginnen sich die Menschen vor Ort zu wehren, zum Beispiel in der Nähe der Goldmine von Yanacocha. Langsam, langsam werden auch die Minengesellschaften in die Pflicht genommen und investieren nicht nur in die Exploration und Ausbeutung, sondern hie und da auch ins Aufräumen. Doch da liegen noch ganze Berge von Abraum vor der Menschheit, die Landstriche so gross wie die halbe Schweiz verseuchen, z.T. seit Jahrzehnten! Wer das alles bezahlen wird, steht noch in den Sternen.
Hildegard Willer stellte am Schluss auch die Frage in den Raum, wo die Goldströme genau durch ziehen von den Minen bis zur Käuferin und zum Käufer. Hier besteht noch grosser Informationsbedarf, gerade auch in der Schweiz.
Wie angekündigt, referierte im zweiten Teil der extra aus Ecuador angereiste Wissenschaftler Carlos Larrea zum Thema ¿Conservación o explotación petrolera en el Parque Nacional Yasuní (ITT) / Ecuador? – Un dilema histórico.
Carlos Larrea zeigte uns anhand von Satellitenbildern von Mitte 1990er-Jahre und ca. 2005, was für ungeheure Verwüstungen die Erdölförderung im Regenwald des Amazonas hinterlässt. Der Verlust an unberührtem Regenwald und einer noch gar nicht erforschten Biodiversität ist unermesslich. An der Grenze zu Brasilien, im Nordosten des Landes liegt der Yasuní Nationalpark. Etwas südlich davon befindet sich eine grosse Zone unberührten Waldes, in die sich einige Ureinwohner zurück gezogen haben, weil sie sich von unserer "zivilisierten" Welt bedroht fühlten. Es ist ein Irrwitz, in diesem Gebiet die reichlichen Erdölvorkommen auszubeuten.
Doch Ecuador braucht dringend Devisen, gleich wo sie herkommen. Nun gibt es ein hochinteressantes Projekt, Erdölvorkommen in der Grössenordnung von weniger als 1% der gesamten Weltproduktion im Boden zu lassen anstatt im Lauf von ca. 15 Jahren ein Gebiet von 1/4 der Schweiz zu zerstören – für eine Betriebszeit von ca. 15 Jahren, wohlverstanden! Und für eine Ausbeute, die gerade mal 13 Tage des Erdölverbrauchs unserer wunderbaren Welt befriedigt! Stattdessen soll Ecuador Zertifikate ausstellen können, die u.a. auch von Privaten wie Dir und mir gekauft werden könnten und bestätigen, dass für den Gegenwert die Menge eines Fasses (Barrel) Erdöl im Boden bleibt und Sozial- und Umweltprojekte finanziert werden.
Also, wer mich fragt: Ich kann es kaum erwarten, dass solche Zertifikate auf den Markt kommen. Auch bin ich damit nicht allein: Kaum wurde das Projekt publiziert, leistete Spanien eine erste symbolische Zahlung. Auch andere EU-Länder zeigen grosses Interesse.
Zu diesem Thema ist übrigens inzwischen ein interessanter Artikel veröffentlicht worden, im Guardian Weekly vom 28.09.07, S. 43: "International Development – Ecuador asks to leave oil alone "(Ecuador verlangt vom Westen, dass seine Ölreserven unangetastet bleiben sollen)!
Der Guardian-Korrespondent Rory Carroll berichtet aus Lago Agrio, an der Nordostgrenze von Ecuador zu Kolumbien.
Ich könnte und möchte noch viel mehr berichten, aber da ich diesen Blog völlig ohne Entgelt in meiner knapp bemessenen Freizeit unterhalte, muss und will ich jetzt wieder etwas bezahlte Arbeit leisten.
Auf Wiederlesen -- und danke für jegliche Kommentare!
Paz, Friede -- Justicia, Gerechtigkeit -- Respeto, Respekt!
Saturday, 4 August 2007
Etwas zu Europa
Meine Liebe, mein Lieber
Heute schicke ich schlicht einen Aufruf der Regenwald.org weiter -- alles andere lest Ihr bitte unten.
Ich finde diese Idee der EU absolut skandalös. Wäre Zeit, dass wir SchweizerInnen endlich der EU beitreten, damit wir uns mit anderen Ländern gegen solche hirnrissige Ideen einsetzen können!
Mit immer noch optimistischen Grüssen – schönes Wochenende!
****
Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,
durch die geplante Aussetzung der Flächenstillegungen durch den europäischen Landwirtschaftskommissar für die Saison in 2008 drohen die europäischen Vogel- und Insektenpopulationen dezimiert zu werden. Diese unerwartete Initiative soll die Antwort auf steigende Getreidepreise sein, die vom Agrarenergieboom verursacht werden und die die Auswirkungen auf den Klimawandel verschärfen.
Fordern Sie die EU auf: Opfern Sie nicht unsere Vögel und Insekten für die Ausweitung der Produktion von Agrarenergie!
Mehr Infos und einen Musterbrief finden Sie unter http://www.regenwald.org
Bitten Sie auch Freunde und Bekannte, bei der Aktion mitzumachen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Herzliche Grüße
Reinhard Behrend
Rettet den Regenwald e.V.
Friedhofsweg 28
22337 Hamburg
Tel. 040 – 410 3804
Fax 040 – 450 0144
info@regenwald.org
http://www.regenwald.org
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Heute schicke ich schlicht einen Aufruf der Regenwald.org weiter -- alles andere lest Ihr bitte unten.
Ich finde diese Idee der EU absolut skandalös. Wäre Zeit, dass wir SchweizerInnen endlich der EU beitreten, damit wir uns mit anderen Ländern gegen solche hirnrissige Ideen einsetzen können!
Mit immer noch optimistischen Grüssen – schönes Wochenende!
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Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,
durch die geplante Aussetzung der Flächenstillegungen durch den europäischen Landwirtschaftskommissar für die Saison in 2008 drohen die europäischen Vogel- und Insektenpopulationen dezimiert zu werden. Diese unerwartete Initiative soll die Antwort auf steigende Getreidepreise sein, die vom Agrarenergieboom verursacht werden und die die Auswirkungen auf den Klimawandel verschärfen.
Fordern Sie die EU auf: Opfern Sie nicht unsere Vögel und Insekten für die Ausweitung der Produktion von Agrarenergie!
Mehr Infos und einen Musterbrief finden Sie unter http://www.regenwald.org
Bitten Sie auch Freunde und Bekannte, bei der Aktion mitzumachen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Herzliche Grüße
Reinhard Behrend
Rettet den Regenwald e.V.
Friedhofsweg 28
22337 Hamburg
Tel. 040 – 410 3804
Fax 040 – 450 0144
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