Guten Tag
Schon wieder gucke ich über die Grenzen Kolumbiens hinaus. Inzwischen wissen es immer mehr: Die Tage für unseren energieverschwenderischen Lebensstil sind wohl gezählt.
Erst vor ca. zwei Jahren machte die gute Kunde die Runde, dass dank Mais, Soja, Palmöl oder Kartoffeln die Energieknappheit ein Ende haben könne. Heute wissen wir, dass für Ölpalmen Urwald gerodet und Menschen vertrieben werden; der Anbau von Soja im grossen Stil ruiniert in Südamerika (Brasilien, Paraguay, ...) Hunderte von Quadratkilometern kleinräumiger Landwirtschaft, und die Bauernfamilien finden kein Auskommen mehr; Kartoffeln in Energie umzuwandeln ist laut EMPA-Studie (2007) energie- und umweltmässig so ungefähr das Dümmste, was man tun kann; und der Maispreis ist wegen der forcierten Umwandlung von Mais in Sprit für die extremen 4x4-Karren in den USA so hoch, dass sich die einfachen Menschen in Zentralamerika und Mexico die tägliche Tortilla kaum noch leisten können.
Deshalb ist die Nachricht im folgenden Zeitungsartikel aus den Oberösterreichischen Nachrichten, den ich via
http://www.regenwald.org erhalten habe, lesenswert.
Noch etwas: Warum reden alle immer noch von "Biosprit", wenn doch von "bio" im Sinn von Leben, Umweltschutz und Nachhaltigkeit keine Rede sein kann? Viel besser wäre, bei grossflächig produzierten Erzeugnissen wie Palmöl oder Soja von "Agrotreibstoffen" und bei Energie aus Abfällen, Kuhmist oder altem Speiseöl von "Organotreibstoffen" zu reden...
Jetzt aber der Artikel:
China stoppt Projekte für Biosprit
SHANGHAI/WIEN. Die Euphorie, fossile Treibstoffe stärker durch pflanzliche zu ersetzen, bekommt einen deutlichen Dämpfer. Nicht nur die Ökobilanz ist bei etlichen Kraftstoffen umstritten.
Besonders drastisch hat China jetzt reagiert. Angesicht der steigenden Getreidepreise und der Lebensmittelknappheit im Land wird die Herstellung von Biokraftstoff aus Pflanzen massiv eingeschränkt. Bis 2010 sollen keine neuen Projekte zur Gewinnung von Bio-Ethanol aus Getreide mehr genehmigt werden. Noch nicht gestartete Projekte würden gestoppt, ausländische Investitionen in chinesische Bio-Kraftstoff-Anlagen untersagt.
Auch in Österreich ist die Biotreibstoff-Euphorie gedämpft. Greenpeace fordert von Umweltminister Josef Pröll ein Überdenken des Einsatzes des "Treibstoffs vom Acker". Der Plan, den Beimischungsgrad von Biosprit auf zehn Prozent zum Jahr 2010 zu erhöhen, sei der falsche Weg. Bis zur Klärung der negativen Auswirkung von Biosprit sollte die Beimischungsquote von derzeit rund fünf Prozent eingefroren werden.
Die großen Anbauprojekte in Südostasien und Indien werden bei den Umweltschützern mit Skepsis beobachtet. Wie berichtet, errichtet Indien riesige Jatropha-Plantagen, in Südostasien werden Regenwälder durch Palmölplantagen ersetzt.
Biosprit nicht gleich Biosprit
Die Ökobilanz von Biosprit fällt nicht nur laut jüngstem OECD-Bericht zwiespältig aus. Auch eine Studie der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (EMPA 2007) kommt zu dem Schluss: "Biosprit ist nicht gleich Biosprit."
So habe etwa Biosprit aus Soja in tropischen Ländern eine Ökobilanz, die um nichts besser sei als jene von schwefelarmem Benzin.
Ethanol aus Roggen oder Kartoffeln weist nach Angabe der Schweizer Forscher von allen untersuchten Biotreibstoffen mit Abstand die schlechteste Ökobilanz aus.
Die Studie kommt zum Schluss, dass es derzeit nur drei Biotreibstoffe, die den Ausstoß von Treibhausgasen - im Vergleich zu Diesel und Benzin - "substanziell reduzieren" können. Es sind das Ethanol aus brasilianischem Zuckerrohr, Ethanol als Nebenprodukt der Cellulosegewinnung, wie sie etwa in der Schweiz und in Schweden erfolgt, sowie die Herstellung von Biodiesel aus tierischen Fetten und Alt-Speiseöl. Bei den anderen Biotreibstoffen drückt der wenig umweltfreundliche Anbau auf die Bilanz.
Beschränkte Chance
Die OECD kommt in ihrer Studie zu den Chancen für Biokraftstoff zu ernüchternden Ergebnissen. Nur wenige Länder hätten das Potenzial, ihre Abhängigkeit von importiertem Erdöl signifikant zu schmälern. Die globale Produktion von Biotreibstoffen deckte 2005 ein Prozent des Spritverbrauchs. Bis 2050 könnten es bis zu elf Prozent sein.
Am meisten werden derzeit Biodiesel (Rapsmethylester) und Ethanol (als Beimischung für die Benzinmotoren) eingesetzt.
(c) Oberösterreichische Nachrichten
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Friday, 28 September 2007
Tuesday, 14 August 2007
Aggrosprit verteuert Nahrungsmittel und bewirkt Wassermangel
Liebe Leute
Heute leite ich einen Artikel aus dem "Spiegel" weiter, den ich via http://www.regenwald.org erhalten habe. Indirekt hat er sehr viel mit schrecklichen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien zu tun. Aber auch in vielen anderen Ländern der sogenannten Dritten Welt führt unser irrer Energieverbrauch zu riesigen Problemen:
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,499588,00.html
Experten fürchten Wassermangel durch Biosprit-Boom
Die Debatte um den Biosprit bekommt neue Dimensionen: Experten warnen vor einer massiven Wasserknappheit, sollte die Produktion von Kraftstoff aus Biomasse weiter steigen. In Deutschland warnt die Lebensmittelindustrie vor Preissprüngen durch den vermeintlichen Öko-Sprit.
Stockholm - Kraftstoffe wie Biodiesel und Ethanol genießen das Image ökologisch und politisch neutralen Sprits. Doch dieser schöne Schein bekommt hässliche Flecken: Umweltschützer warnen vor den dramatischen Folgen, sollte insbesondere in Asien und Lateinamerika immer mehr Regenwald den rapide wachsenden Ackerflächen zum Opfer fallen. Auch soziale Verwerfungen und ethische Fragen kommen ins Spiel: Kann man guten Gewissens Biosprit in Automotoren verfeuern, wenn das für 120 Liter Ethanol nötige Getreide ein Jahr lang einen Menschen ernähren könnte?
[AP-Foto von Ethanol-Tanks in Brasilien: In Südamerika führt der Biosprit-Boom zur massiven Abholzung von Regenwald]
Ethanol-Tanks in Brasilien: In Südamerika führt der Biosprit-Boom zur massiven Abholzung von Regenwald
Die Argumente gegen den Biosprit werden immer zahlreicher. Experten haben jetzt vor einer weiteren möglichen Folge des Biosprit-Booms gewarnt. Zum Auftakt der Weltwasserwoche legte das Stockholm International Water Institute Berechnungen vor, denen zufolge die Massenproduktion von Ethanol und anderen Biobrennstoffen zu einer gefährlichen Wasserverknappung führen könnte. Bis 2050 sei durch den Anbau von Biobrennstoffen eine Verdoppelung der derzeitigen Wassernachfrage aus der Landwirtschaft zu erwarten.
Auch hierzulande haben Fachleute davor gewarnt, im Biosprit die Lösung der Energiefrage zu sehen - auch mit Blick auf den Klimawandel. Das Umweltbundesamt hält das Öko-Image des Biosprits für wenig angebracht: Er trage so wenig zum Klimaschutz bei, dass die Bundesregierung die Förderung korrigieren sollte. Der Anteil der Biotreibstoffe am deutschen Gesamtmarkt soll bis 2015 auf acht Prozent steigen, europaweit wird ein Biosprit-Anteil von 5,75 Prozent angepeilt. Doch selbst das ist nach Berechnungen der EU nur zu 75 Prozent möglich, ohne auf Importe zurückzugreifen. Und die müssten vor allem aus Südamerika und Asien kommen.
Dort aber könnte der Biosprit-Boom zu schweren sozialen Verwerfungen führen. Die Vereinten Nationen etwa haben jüngst davor gewarnt, dass durch die massive Ausweitung von Ackerflächen allein in Indonesien Millionen von Menschen in die Flucht getrieben werden könnten. Lester Brown, Präsident des Earth Policy Institute in Washington, hat jüngst in einem Essay für den SPIEGEL (mehr...) vor einem "Konflikt zwischen den 800 Millionen Autobesitzern und den weltweit zwei Milliarden Allerärmsten" gewarnt.
Preissteigerungen in Deutschland
Die Folgen des wachsenden Dursts auf Biotreibstoffe bekommen inzwischen auch die deutschen Verbraucher zu spüren. Schon jetzt sind die Preise für Palm- und Rapsöl, Weizen und Mais nach Informationen des SPIEGEL dramatisch gestiegen. Glukose, die bei der Fruchtgummiherstellung benötigt wird, verteuerte sich 2006 um 30 Prozent. "Wir werden die Preise bis Ende des Jahres halten", sagt Haribo-Sprecher Marco Alfter, danach aber könnten die Goldbärchen teurer werden. "Wichtig wird sein, ob die Politik weiterhin das Verbrennen von Lebensmitteln subventionieren wird", so Alfter.
Die deutsche Nahrungsmittelindustrie macht inzwischen mobil gegen Biosprit: Vertreter der Mühlen, Großbäcker, Brauer und Süßwarenproduzenten sowie der Tierfutterhersteller haben ein "Netzwerk Lebensmittel-Forum" gegründet, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die die Produktion von Bioenergie anstelle von Lebensmitteln mit sich bringt. "In zwei bis vier Jahren kann es zu substanziellen Problemen mit der Ernährung der Bevölkerung kommen", sagte Karl-Heinz Legendre vom Verband der Margarineindustrie.
Peter Hahn vom Deutschen Brauer-Bund berichtet, dass weniger Gerste angebaut wird, weil die Bauern für Biosprit das Doppelte an Förderung kassieren. Ergebnis: Der Preis für eine Tonne Malz hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie wird sich Ende Oktober auf ihrer Jahrestagung mit der angespannten Rohstoffsituation befassen.
mbe/dpa
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Heute leite ich einen Artikel aus dem "Spiegel" weiter, den ich via http://www.regenwald.org erhalten habe. Indirekt hat er sehr viel mit schrecklichen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien zu tun. Aber auch in vielen anderen Ländern der sogenannten Dritten Welt führt unser irrer Energieverbrauch zu riesigen Problemen:
Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,499588,00.html
Experten fürchten Wassermangel durch Biosprit-Boom
Die Debatte um den Biosprit bekommt neue Dimensionen: Experten warnen vor einer massiven Wasserknappheit, sollte die Produktion von Kraftstoff aus Biomasse weiter steigen. In Deutschland warnt die Lebensmittelindustrie vor Preissprüngen durch den vermeintlichen Öko-Sprit.
Stockholm - Kraftstoffe wie Biodiesel und Ethanol genießen das Image ökologisch und politisch neutralen Sprits. Doch dieser schöne Schein bekommt hässliche Flecken: Umweltschützer warnen vor den dramatischen Folgen, sollte insbesondere in Asien und Lateinamerika immer mehr Regenwald den rapide wachsenden Ackerflächen zum Opfer fallen. Auch soziale Verwerfungen und ethische Fragen kommen ins Spiel: Kann man guten Gewissens Biosprit in Automotoren verfeuern, wenn das für 120 Liter Ethanol nötige Getreide ein Jahr lang einen Menschen ernähren könnte?
[AP-Foto von Ethanol-Tanks in Brasilien: In Südamerika führt der Biosprit-Boom zur massiven Abholzung von Regenwald]
Ethanol-Tanks in Brasilien: In Südamerika führt der Biosprit-Boom zur massiven Abholzung von Regenwald
Die Argumente gegen den Biosprit werden immer zahlreicher. Experten haben jetzt vor einer weiteren möglichen Folge des Biosprit-Booms gewarnt. Zum Auftakt der Weltwasserwoche legte das Stockholm International Water Institute Berechnungen vor, denen zufolge die Massenproduktion von Ethanol und anderen Biobrennstoffen zu einer gefährlichen Wasserverknappung führen könnte. Bis 2050 sei durch den Anbau von Biobrennstoffen eine Verdoppelung der derzeitigen Wassernachfrage aus der Landwirtschaft zu erwarten.
Auch hierzulande haben Fachleute davor gewarnt, im Biosprit die Lösung der Energiefrage zu sehen - auch mit Blick auf den Klimawandel. Das Umweltbundesamt hält das Öko-Image des Biosprits für wenig angebracht: Er trage so wenig zum Klimaschutz bei, dass die Bundesregierung die Förderung korrigieren sollte. Der Anteil der Biotreibstoffe am deutschen Gesamtmarkt soll bis 2015 auf acht Prozent steigen, europaweit wird ein Biosprit-Anteil von 5,75 Prozent angepeilt. Doch selbst das ist nach Berechnungen der EU nur zu 75 Prozent möglich, ohne auf Importe zurückzugreifen. Und die müssten vor allem aus Südamerika und Asien kommen.
Dort aber könnte der Biosprit-Boom zu schweren sozialen Verwerfungen führen. Die Vereinten Nationen etwa haben jüngst davor gewarnt, dass durch die massive Ausweitung von Ackerflächen allein in Indonesien Millionen von Menschen in die Flucht getrieben werden könnten. Lester Brown, Präsident des Earth Policy Institute in Washington, hat jüngst in einem Essay für den SPIEGEL (mehr...) vor einem "Konflikt zwischen den 800 Millionen Autobesitzern und den weltweit zwei Milliarden Allerärmsten" gewarnt.
Preissteigerungen in Deutschland
Die Folgen des wachsenden Dursts auf Biotreibstoffe bekommen inzwischen auch die deutschen Verbraucher zu spüren. Schon jetzt sind die Preise für Palm- und Rapsöl, Weizen und Mais nach Informationen des SPIEGEL dramatisch gestiegen. Glukose, die bei der Fruchtgummiherstellung benötigt wird, verteuerte sich 2006 um 30 Prozent. "Wir werden die Preise bis Ende des Jahres halten", sagt Haribo-Sprecher Marco Alfter, danach aber könnten die Goldbärchen teurer werden. "Wichtig wird sein, ob die Politik weiterhin das Verbrennen von Lebensmitteln subventionieren wird", so Alfter.
Die deutsche Nahrungsmittelindustrie macht inzwischen mobil gegen Biosprit: Vertreter der Mühlen, Großbäcker, Brauer und Süßwarenproduzenten sowie der Tierfutterhersteller haben ein "Netzwerk Lebensmittel-Forum" gegründet, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die die Produktion von Bioenergie anstelle von Lebensmitteln mit sich bringt. "In zwei bis vier Jahren kann es zu substanziellen Problemen mit der Ernährung der Bevölkerung kommen", sagte Karl-Heinz Legendre vom Verband der Margarineindustrie.
Peter Hahn vom Deutschen Brauer-Bund berichtet, dass weniger Gerste angebaut wird, weil die Bauern für Biosprit das Doppelte an Förderung kassieren. Ergebnis: Der Preis für eine Tonne Malz hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie wird sich Ende Oktober auf ihrer Jahrestagung mit der angespannten Rohstoffsituation befassen.
mbe/dpa
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Wednesday, 27 June 2007
Guter Hintergrundartikel zu Agrotreibstoffen (FOCUS online)
Meine Liebe, mein Lieber, Guten Tag!
Im folgenden gebe ich einen sehr guten Hintergrundartikel wieder, der mir heute in die Inbox geflattert ist. Die Quelle ist FOCUS online, genauer http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima
Meine einzige Kritik am Artikel ist, dass der Autor immer noch von "Bio"kraftstoffen spricht, wo es doch nachgerade anti-Bio, also gegen das Leben gerichtete Kraftstoffe sind, mit denen wir es zu tun haben. Es wäre viel besser, den Ausdruck "Agrotreibstoffe" zu verwenden, der die Verbindung zur Agrikultur/Landwirtschaft noch enthält, aber auch darauf hinweist, dass riesige Geschäftsinteressen, das sogenannte Agribusiness, dahinter stecken. Selber nenne ich diese Geschäftemacherei gerne "Aggrobusiness", weil sie so extrem aggressiv auftreten.
Doch hier nun der Artikel:
*****
Biokraftstoffe
Tödlicher Sprit
Mafiöse Banden, abgeholzte Regenwälder und Hungersnöte - die Produktion des Bioethanol, das in Zukunft Autos antreiben wird, hat viele dunkle Seiten.
Von Michael Odenwald
Innocence Dias starb einen grausamen Tod. Die Mörder schnitten ihm die Kehle durch, und er hatte sieben Messerstiche im Körper. Sein Fehler war, dass er sein Land nicht an eine Gruppe von Paramilitärs verkaufen wollte, die eines Tages in seinem Dorf Llano Rico im kolumbianischen Departement Antioquia auftauchte. Nach dem Mord gab Dias' Familie auf und floh. Heute wachsen auf dem Land der Vertriebenen Ölpalmen der Biokraftstoff-Firma Urapalma, mit der die Paramilitärs zusammengearbeitet haben. "Dias starb, weil die Welt ökologisiert wird", kommentierte die britische "Sunday Times", die Anfang Juni ausführlich über das Verbrechen und seine Hintergründe berichtete.
Flüchtlinge im eigenen Land
Verbrechen wie dieses haben in Kolumbien System. Dahinter stecken Großgrundbesitzer und eben die Biokraftstoff-Hersteller. Sie kaufen jedes verfügbare Land, um darauf Ölpalmen anzubauen. Vor vier Jahren nahmen Ölpalmenplantagen in dem südamerikanischen Land 172 000 Hektar ein, bis Ende 2007 werden sie sich nach Regierungsangaben auf 400 000 Hektar ausgedehnt haben. Angeheizt wird der Boom durch den riesigen Bedarf an Biokraftstoffen in den USA und Europa. Den Lieferanten winken riesige Profite. Für die Kleinbauern hat er jedoch verheerende Folgen. Zehntausende wurden wie die Familie Dias von ihrem Besitz vertrieben und zu Flüchtlingen im eigenen Land.
Die dunkle Seite der Zukunftsenergie
Damit wird die dunkle Seite einer Technologie sichtbar, die doch eigentlich eine helle Energiezukunft verspricht.
Energiepflanzen wachsen dauerhaft nach, und bei nachhaltigem Anbau sind sie CO2-neutral, denn bei ihrer Verbrennung wird nur so viel von dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) frei, wie die Pflanzen vorher aus der Luft aufgenommen haben. Werden fossile Kraftstoffe verbrannt, gelangt hingegen zusätzliches CO2 in die Atmosphäre.
Biokraftstoffe reduzieren zudem die Abhängigkeit vom Öl, das meist aus politisch instabilen Regionen stammt und überdies zunehmend knapp wird. Deshalb setzen die Regierungen der Industriestaaten auf die aus Pflanzen gewonnene Energie. Weltweit schreiben bereits 30 Länder vor, Mineralölprodukte mit Biosprit zu strecken. In Deutschland sind ab 2007 bei Benzin zwei Prozent Beimischung Pflicht, bei Diesel 4,4 Prozent. Bis 2012 will die EU den Bio-Anteil bei allen Kraftstoffen auf 5,75 erhöhen.
Auch die USA schwenken auf den grünen Kurs ein. Der Verbrauch von fossilem Öl, verkündete Präsident George W. Bush im Januar, solle sich in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent reduzieren. Dazu fährt das Land die Produktion vor allem von Bioethanol hoch. Derzeit erzeugen 100 Firmen mehr als 18 Milliarden Liter davon. Dazu nutzen sie 20 Prozent der US-Maisernte, 2008 sollen es schon 25 Prozent sein. Deshalb kommen praktisch im Wochenrhythmus neue Produktionsstätten hinzu. Bis 2030 sollen die Produktionskapazitäten für 227 Milliarden Liter reichen. *)
Der Ausbau der grünen Energie
Das Potenzial an Biomasse ist gewaltig. Theoretisch könnte sie den Weltenergiebedarf je nach Effizienz der Nutzung zehn- bis 20-mal decken. Wie die Umweltorganisation WWF errechnete, ließen sich in den Industrieländern bis 2020 etwa 100 Millionen Haushalte mit Biomasse-Strom versorgen. Ihr CO2-Ausstoß würde dabei um eine Milliarde Tonnen jährlich sinken.
In Deutschland, so ermittelte das Darmstädter Öko-Institut, könnten Pflanzen bis 2030 rund 16 Prozent des Stroms, zehn Prozent der Wärme und 15 Prozent der Kraftstoffe für Autos liefern. Der Ausbau der grünen Energie verspreche zudem 200 000 neue Jobs meist im ländlichen Raum. Bauern, die künftig als Energiewirte firmieren, winken steigende Erlöse. In der Dritten Welt holen die Brennstoffe vom Acker zahllose Farmer zurück ins Geschäft, die auf dem Weltmarkt, der von subventionierten EU- und US-Produkten überschwemmt wird, nicht mehr mithalten konnten, ihre Felder verließen und in städtische Slums flüchteten. "In Afrika kommt wieder Land unter den Pflug, weil die Nachfrage nach Biokraftstoffen wächst", konstatiert Peter Schrum, Präsident des Bundesverbands Biogene Kraftstoffe (BBK). "Zugleich werden Lebensmittel produziert. Dies ist die effektivste Entwicklungshilfe."
Soja aus Südamerika, Mais aus Weißrussland
Heute tanken deutsche Fahrzeuge vier Millionen Tonnen Rapsdiesel. Das sind 14 Prozent des Diesel-Gesamtverbrauchs von knapp 29 Millionen Tonnen (Benzin: 25 Millionen Tonnen; Zahlen von 2005). Von einer Selbstversorgung ist die Bundesrepublik damit weit entfernt. "Im günstigsten Fall", sagt BBK-Chef Schrum, "lassen sich beim Diesel 30 Prozent ersetzen und beim Benzin 20 Prozent." Nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe wäre bis 2020 der Anbau auf etwa 3,5 Milliarden Hektar möglich. Das ist fast ein Drittel der deutschen Ackerfläche. Sie könnten durch verbesserte Herstellungsmethoden ohne Konflikt mit der Lebensmittelproduktion 11 Millionen Tonnen Biokraftstoff liefern.
Darüber hinaus gehende Quantitäten müssten importiert werden. Als mögliche Erzeugerländer nennt Schrum die Ukraine und Weißrussland: "Die Ukraine hat sechsmal so viel Ackerland wie Deutschland. Sie könnte sich komplett selbst versorgen und hätte dann immer noch Überschüsse. Die Hälfte davon könnte unsere Lücken bei Diesel und Ethanol füllen." Dazu müsse noch Soja aus Südamerika kommen.
Die Branche im Goldrausch
Diese Entwicklung versetzt die Branche in einen Goldrausch. Im März trafen sich ihre Vertreter zum Kongress "Worldbiofuelmarkets" in Brüssel.
Im Jahr 2020, rechneten Experten dort vor, werde es weltweit mehr Biokraftstoff geben als Öl aus Saudi-Arabien. Entsprechend fließen viele Milliarden Dollar in den neuen Markt. Davon wollen auch die US-Farmer profitieren. Viele schwenken um auf Maisanbau zu Lasten anderer Kulturen wie Soja, Weizen und Baumwolle. Im traditionellen Weizenstaat Kansas etwa übersteigt die Maisproduktion die des Brotgetreides bereits um 23 Prozent. Für Sojaöl als Rohstoff für Biodiesel erwarten Experten indes bald einen ähnlichen Höhenflug. Dann, fürchten Umweltschützer, reiche die Anbaufläche nicht mehr aus, um die Nation gleichzeitig zu ernähren und mobil zu halten. Deshalb könnten Naturreservate unter den Pflug kommen.
Keine Agaven für Schnaps
Für viele Länder wandelt sich der mögliche Segen jedoch zum Fluch. In Mexiko gab es im Frühjahr Proteste gegen den Preisanstieg bei Mais und damit beim Grundnahrungsmittel Tortilla. Weil die USA riesige Mengen an Mais in die Produktion von Ethanol umlenkten, verteuerten sich für den südlichen Nachbarn die Importe. Einheimische Bauern konnten nicht in die Bresche springen: Die vormals billigen US-Einfuhren hatten viele von ihnen zur Aufgabe gezwungen.
Mittlerweile schlagen auch die Tequilaproduzenten Alarm: Das Angebot an Blauen Agaven, die den Grundstoff für den Schnaps liefern, ist um 35 Prozent gesunken, weil viele Bauern vom Agavenanbau auf Mais umstellen. In Nord- und Ostbrasilien breiten sich die Zuckerrohrplantagen für die Ethanolproduktion immer weiter aus. Wie in Kolumbien werden Kleinbauern verdrängt und müssen sich in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen bei den Biosprit-Herstellern verdingen. Das Land erzeugt heute 21 Milliarden Liter Bioethanol pro Jahr aus Zuckerrohr. 2010 sollen es 30 Milliarden Liter sein. Dem Zuckerrohr muss Regenwald weichen, und auch das Pantanal ist bedroht. Bis 2050, fürchten Naturschützer, könnte dieses größte Feuchtgebiet der Welt verschwunden sein.
Keine Braugerste, kein Bier
Auch Deutschlands Biertrinker könnten bald unter dem neuen Goldrausch leiden. Denn es fehlt an Braugerste. Brauereien ohne ausreichende Vorräte drohen daher Produktionsengpässe. Ursache ist neben einer schlechten Ernte ein Rückgang der Anbaufläche. "Dies begann durch den sinkenden Bierkonsum", erklärt Kai Schürholt, Sprecher des Deutschen Brauerbundes. "Neuerdings gibt es jedoch eine Flächenkonkurrenz durch die Bioenergiebranche. Dadurch verringert sich der Braugerste-Anbau weiter, und die Bierpreise könnten steigen."Auch die deutsche Ernährungsindustrie sorgt sich um ihre Rohstoffe. Sie begrüße zwar den Ausbau der Bioenergien, doch um eine Beeinträchtigung der heimischen Nahrungsmittelproduktion zu vermeiden, dürfe sie der Staat nicht unangemessen fördern, verlautbarte jüngst ihre Bundesvereinigung.
Steigende Lebensmittelpreise und Hungerkatastrophen
Selbst in den USA steigen durch den Biosprit-Boom die Lebensmittelpreise. Bei Mais verdoppelten sie sich bereits, was in der Fleischproduktion die Kosten treibt. Raps- und Sojaöl legten bereits im vergangenen Jahr kräftig zu, und auch Alkohol als Rohstoff - unter anderem für Spirituosen - verteuerte sich weltweit um 25 Prozent.
Weil Agrarprodukte künftig im Lande bleiben, glauben Fachleute, gehe auch die Rolle der USA als globale Kornkammer verloren, was unter anderem die Nothilfe für Hungergebiete beeinträchtige. "Amerikas Farmer ernähren nicht länger die Welt", klagt Ken Cook von der Environmental Working Group in Washington. "Stattdessen ernähren sie Geländewagen." Weltweit, warnte soeben der bekannte Soziologe und frühere Schweizer Parlamentsabgeordnete Jean Ziegler, könne der Schwenk zu den Energiepflanzen zu 100 000 Hungertoten führen.
Biosprit zerstört Regenwald
Die Klimaneutralität des Biosprits entpuppt sich zunehmend als Mär.
In Malaysia und mehr noch in Indonesien werden riesige Regenwaldflächen zerstört, um Raum für Ölpalmen zu schaffen. Sie sind die ergiebigsten Energiepflanzen der Welt und bringen mit bis zu sieben Tonnen Öl pro Hektar und Jahr etwa zehnmal so viel Ertrag wie Soja. "Die Industrie entdeckt das Geschäft mit dem Palmöl, doch dieser Boom vernichtet tropische Wälder", klagt Reinhard Behrend, Leiter der Hamburger Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR). Betroffen sind vor allem Torfsumpfwälder auf Borneo und Sumatra. Sie werden trockengelegt, die Vegetation wird abgefackelt. Jährlich müssen 500 000 Hektar Wald den Ölpalmenplantagen weichen.
Die Folgen ermittelte der Ökologe Florian Siegert von der Universität München. Auf Satellitenbildern identifizierte er 2006 in Indonesien, Malaysia und Brunei über 116 000 Feuer, davon 35 Prozent auf Torfböden. Sie setzten über zwei Milliarden Tonnen CO2 frei - fast zehn Prozent der globalen Emissionen. Rekordfeuerjahr in der Region war indes 1997/98. Damals bedeckte eine riesige Rauchwolke ganz Südostasien. Siegert dazu: "Es ist kaum vorstellbar, wie viele Ölpalmen es bräuchte, um diese Mengen durch Erdöleinsparungen zu kompensieren."
Torf zersetzt sich, CO2 wird frei
Nach Berechnungen der niederländischen Naturschutzorganisation Wetlands International werden durch die Zersetzung des Torfs pro Hektar und Jahr 70 bis 100 Tonnen CO2 frei. Für jede erzeugte Tonne Palmöl gelangen mithin 33 Tonnen des Treibhausgases in die Luft. Würde die daraus gewinnbare Energie durch die Verbrennung von Erdöl erzeugt, wären es nur drei Tonnen. In Indonesien heizt die Regenwaldvernichtung zudem soziale Konflikte an. Auch dort werden zahlreiche Menschen wegen der Plantagen von ihrem Boden vertrieben.**)
Gleichwohl verfeuern deutsche Blockheizkraftwerke jährlich 300 000 Tonnen Palmöl. In Schwäbisch Hall etwa ging unlängst eine 5-Megawatt-Anlage in Betrieb, mit einem Jahresverbrauch von 7500 Tonnen. Es werde von Altplantagen in Malaysia bezogen, versichern die Betreiber, zudem sei der Lieferant Mitglied des "Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl", dem Erzeuger und Nutzer angehören. Dieses Gremium aber, kritisiert RdR-Chef Behrend, gewährleiste keine Produktionskontrolle.
Im Saarhafen Saarlouis-Dillingen plant ein Firmenkonsortium den Bau einer Anlage mit zwölf Blockheizkraftwerken. "Allein für deren Betrieb müssen 20 571 Hektar Regenwald sterben", fürchtet Andreas Kleber, Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Dillinger Stadtrat. Zwar startete der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf eine Bundesratsinitiative für eine nachhaltige Palmölproduktion, im Fall Dillingen hält er sich bis jetzt aber bedeckt.
Die Bioethanolherstellung schadet dem Klima
Die Bioethanolherstellung schadet dem Klima. Für Dünger, Pestizide, den Landmaschineneinsatz und schließlich die Verarbeitung von Maiskörnern und Zuckerrohr zu Sprit bedarf es viel fossiler Treibstoffe.
Deshalb gibt Bioethanol nur 20 Prozent mehr Energie her, als zu seiner Herstellung nötig war. Bei Pflanzenölen für Biodiesel in Mitteleuropa, etwa aus Raps, Sonnenblumen oder Rübsen, ist es mit der Klimawirkung ebenfalls nicht weit her. Sie erbringen einen Energieüberschuss von 50 Prozent. Bei Stärkepflanzen zur Ethanolproduktion ist die Bilanz etwas besser. Getreide erreicht trotz der energieintensiven Destillation einen "Erntefaktor" von 60 Prozent, Zuckerrüben sogar 100 Prozent. Unerfreulich fällt auch die Umweltbilanz der heutigen Energiepflanzen aus. Beim Rapsanbau, schreibt das Heidelberger Ifeu-Institut in einer Studie, schlagen der hohe Flächenverbrauch und der intensive Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln negativ zu Buche.
Die Zertifizierung der Rohstoffe
Trotz all der negativen Auswirkungen führt an der Nutzung der Biokraftstoffe kein Weg vorbei, dies konzedieren auch die Naturschützer. Die Pflanzen, fordern sie, müssen aus nachhaltigem Anbau stammen. Ebenso sei aber ihre bessere energetische Verwertung erforderlich. "Dann sind volle Tanks und volle Teller zugleich möglich", erkennt Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen. Die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion werde sich einpendeln, wenn erst einmal alle geeigneten brachliegenden Flächen genutzt werden. Bis dahin seien aber noch reichliche Marktverwerfungen zu erwarten.
Zwingend ist jedoch eine Zertifizierung der Rohstoffe, insbesondere des Palmöls. Das Bundeslandwirtschaftsministerium beauftragte bereits Experten mit der Ausarbeitung eines Zertifizierungssystems, das eine nachhaltige Produktion des Palmöls gewährleisten soll. Noch in diesem Jahr soll ein zweijähriger Probelauf beginnen. Umweltschützer sind skeptisch: In Deutschland könne doch niemand feststellen, ob in Indonesien Öl aus Raubbau-Plantagen unter zertifizierte Erzeugnisse gemischt werde, argumentieren sie.
China zieht die Notbremse
Als erstes Land zog jetzt China die Notbremse. Trotz seines wachsenden Energiebedarfs verfügte die Regierung Anfang Juni bei der Bioethanolproduktion ein Moratorium. Auch im Reich der Mitte waren durch den Energiepflanzenanbau die Preise vieler Lebensmittel rapide gestiegen. Jetzt sollen Wissenschaftler im Regierungsauftrag untersuchen, wie Energie- und Nahrungspflanzen koexistieren können. Erst wenn sichergestellt ist, dass Lebensmittel auch künftig preiswert und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, darf die Biosprit-Herstellung weitergehen. Für sie, verlautbarten Pekings rote Mandarine, habe die Ernährungssicherheit im Land oberste Priorität. Sie wissen aber auch, dass sonst Volksaufstände drohen, die ihre Herrschaft rasch beenden könnten.
*****
*) Mein Kommentar aufgrund einer Radionachricht von heute: GWBush, der US-Präsident, will die 2. Generation von Agrotreibstoffen fördern. Dank neuer Verfahren soll Äthanol aus Zellulose hergestellt werden. Hier wird ein Problem wiederum die Energieeffizienz sein; zudem: was geschieht mit unseren Böden, Mikroben, Pilzen, Käfern, Insekten wenn die Biomasse nicht mehr als Lebensraum zur Verfügung steht, sondern in rauen Mengen verfeuert/chemisch umgeformt wird?
**) Mein Kommentar aufgrund einer BBC TV Dokumentation, Save the Planet, von vergangener Woche:
Auch die letzten Populationen des vom Aussterben bedrohten Orang Utan - des dem Menschen am ähnlichsten Menschenaffen - sind durch diese Plantagen extrem in die Enge getrieben.
Kommentare können auf http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima abgegeben werden.
Im folgenden gebe ich einen sehr guten Hintergrundartikel wieder, der mir heute in die Inbox geflattert ist. Die Quelle ist FOCUS online, genauer http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima
Meine einzige Kritik am Artikel ist, dass der Autor immer noch von "Bio"kraftstoffen spricht, wo es doch nachgerade anti-Bio, also gegen das Leben gerichtete Kraftstoffe sind, mit denen wir es zu tun haben. Es wäre viel besser, den Ausdruck "Agrotreibstoffe" zu verwenden, der die Verbindung zur Agrikultur/Landwirtschaft noch enthält, aber auch darauf hinweist, dass riesige Geschäftsinteressen, das sogenannte Agribusiness, dahinter stecken. Selber nenne ich diese Geschäftemacherei gerne "Aggrobusiness", weil sie so extrem aggressiv auftreten.
Doch hier nun der Artikel:
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Biokraftstoffe
Tödlicher Sprit
Mafiöse Banden, abgeholzte Regenwälder und Hungersnöte - die Produktion des Bioethanol, das in Zukunft Autos antreiben wird, hat viele dunkle Seiten.
Von Michael Odenwald
Innocence Dias starb einen grausamen Tod. Die Mörder schnitten ihm die Kehle durch, und er hatte sieben Messerstiche im Körper. Sein Fehler war, dass er sein Land nicht an eine Gruppe von Paramilitärs verkaufen wollte, die eines Tages in seinem Dorf Llano Rico im kolumbianischen Departement Antioquia auftauchte. Nach dem Mord gab Dias' Familie auf und floh. Heute wachsen auf dem Land der Vertriebenen Ölpalmen der Biokraftstoff-Firma Urapalma, mit der die Paramilitärs zusammengearbeitet haben. "Dias starb, weil die Welt ökologisiert wird", kommentierte die britische "Sunday Times", die Anfang Juni ausführlich über das Verbrechen und seine Hintergründe berichtete.
Flüchtlinge im eigenen Land
Verbrechen wie dieses haben in Kolumbien System. Dahinter stecken Großgrundbesitzer und eben die Biokraftstoff-Hersteller. Sie kaufen jedes verfügbare Land, um darauf Ölpalmen anzubauen. Vor vier Jahren nahmen Ölpalmenplantagen in dem südamerikanischen Land 172 000 Hektar ein, bis Ende 2007 werden sie sich nach Regierungsangaben auf 400 000 Hektar ausgedehnt haben. Angeheizt wird der Boom durch den riesigen Bedarf an Biokraftstoffen in den USA und Europa. Den Lieferanten winken riesige Profite. Für die Kleinbauern hat er jedoch verheerende Folgen. Zehntausende wurden wie die Familie Dias von ihrem Besitz vertrieben und zu Flüchtlingen im eigenen Land.
Die dunkle Seite der Zukunftsenergie
Damit wird die dunkle Seite einer Technologie sichtbar, die doch eigentlich eine helle Energiezukunft verspricht.
Energiepflanzen wachsen dauerhaft nach, und bei nachhaltigem Anbau sind sie CO2-neutral, denn bei ihrer Verbrennung wird nur so viel von dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) frei, wie die Pflanzen vorher aus der Luft aufgenommen haben. Werden fossile Kraftstoffe verbrannt, gelangt hingegen zusätzliches CO2 in die Atmosphäre.
Biokraftstoffe reduzieren zudem die Abhängigkeit vom Öl, das meist aus politisch instabilen Regionen stammt und überdies zunehmend knapp wird. Deshalb setzen die Regierungen der Industriestaaten auf die aus Pflanzen gewonnene Energie. Weltweit schreiben bereits 30 Länder vor, Mineralölprodukte mit Biosprit zu strecken. In Deutschland sind ab 2007 bei Benzin zwei Prozent Beimischung Pflicht, bei Diesel 4,4 Prozent. Bis 2012 will die EU den Bio-Anteil bei allen Kraftstoffen auf 5,75 erhöhen.
Auch die USA schwenken auf den grünen Kurs ein. Der Verbrauch von fossilem Öl, verkündete Präsident George W. Bush im Januar, solle sich in den nächsten zehn Jahren um 20 Prozent reduzieren. Dazu fährt das Land die Produktion vor allem von Bioethanol hoch. Derzeit erzeugen 100 Firmen mehr als 18 Milliarden Liter davon. Dazu nutzen sie 20 Prozent der US-Maisernte, 2008 sollen es schon 25 Prozent sein. Deshalb kommen praktisch im Wochenrhythmus neue Produktionsstätten hinzu. Bis 2030 sollen die Produktionskapazitäten für 227 Milliarden Liter reichen. *)
Der Ausbau der grünen Energie
Das Potenzial an Biomasse ist gewaltig. Theoretisch könnte sie den Weltenergiebedarf je nach Effizienz der Nutzung zehn- bis 20-mal decken. Wie die Umweltorganisation WWF errechnete, ließen sich in den Industrieländern bis 2020 etwa 100 Millionen Haushalte mit Biomasse-Strom versorgen. Ihr CO2-Ausstoß würde dabei um eine Milliarde Tonnen jährlich sinken.
In Deutschland, so ermittelte das Darmstädter Öko-Institut, könnten Pflanzen bis 2030 rund 16 Prozent des Stroms, zehn Prozent der Wärme und 15 Prozent der Kraftstoffe für Autos liefern. Der Ausbau der grünen Energie verspreche zudem 200 000 neue Jobs meist im ländlichen Raum. Bauern, die künftig als Energiewirte firmieren, winken steigende Erlöse. In der Dritten Welt holen die Brennstoffe vom Acker zahllose Farmer zurück ins Geschäft, die auf dem Weltmarkt, der von subventionierten EU- und US-Produkten überschwemmt wird, nicht mehr mithalten konnten, ihre Felder verließen und in städtische Slums flüchteten. "In Afrika kommt wieder Land unter den Pflug, weil die Nachfrage nach Biokraftstoffen wächst", konstatiert Peter Schrum, Präsident des Bundesverbands Biogene Kraftstoffe (BBK). "Zugleich werden Lebensmittel produziert. Dies ist die effektivste Entwicklungshilfe."
Soja aus Südamerika, Mais aus Weißrussland
Heute tanken deutsche Fahrzeuge vier Millionen Tonnen Rapsdiesel. Das sind 14 Prozent des Diesel-Gesamtverbrauchs von knapp 29 Millionen Tonnen (Benzin: 25 Millionen Tonnen; Zahlen von 2005). Von einer Selbstversorgung ist die Bundesrepublik damit weit entfernt. "Im günstigsten Fall", sagt BBK-Chef Schrum, "lassen sich beim Diesel 30 Prozent ersetzen und beim Benzin 20 Prozent." Nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe wäre bis 2020 der Anbau auf etwa 3,5 Milliarden Hektar möglich. Das ist fast ein Drittel der deutschen Ackerfläche. Sie könnten durch verbesserte Herstellungsmethoden ohne Konflikt mit der Lebensmittelproduktion 11 Millionen Tonnen Biokraftstoff liefern.
Darüber hinaus gehende Quantitäten müssten importiert werden. Als mögliche Erzeugerländer nennt Schrum die Ukraine und Weißrussland: "Die Ukraine hat sechsmal so viel Ackerland wie Deutschland. Sie könnte sich komplett selbst versorgen und hätte dann immer noch Überschüsse. Die Hälfte davon könnte unsere Lücken bei Diesel und Ethanol füllen." Dazu müsse noch Soja aus Südamerika kommen.
Die Branche im Goldrausch
Diese Entwicklung versetzt die Branche in einen Goldrausch. Im März trafen sich ihre Vertreter zum Kongress "Worldbiofuelmarkets" in Brüssel.
Im Jahr 2020, rechneten Experten dort vor, werde es weltweit mehr Biokraftstoff geben als Öl aus Saudi-Arabien. Entsprechend fließen viele Milliarden Dollar in den neuen Markt. Davon wollen auch die US-Farmer profitieren. Viele schwenken um auf Maisanbau zu Lasten anderer Kulturen wie Soja, Weizen und Baumwolle. Im traditionellen Weizenstaat Kansas etwa übersteigt die Maisproduktion die des Brotgetreides bereits um 23 Prozent. Für Sojaöl als Rohstoff für Biodiesel erwarten Experten indes bald einen ähnlichen Höhenflug. Dann, fürchten Umweltschützer, reiche die Anbaufläche nicht mehr aus, um die Nation gleichzeitig zu ernähren und mobil zu halten. Deshalb könnten Naturreservate unter den Pflug kommen.
Keine Agaven für Schnaps
Für viele Länder wandelt sich der mögliche Segen jedoch zum Fluch. In Mexiko gab es im Frühjahr Proteste gegen den Preisanstieg bei Mais und damit beim Grundnahrungsmittel Tortilla. Weil die USA riesige Mengen an Mais in die Produktion von Ethanol umlenkten, verteuerten sich für den südlichen Nachbarn die Importe. Einheimische Bauern konnten nicht in die Bresche springen: Die vormals billigen US-Einfuhren hatten viele von ihnen zur Aufgabe gezwungen.
Mittlerweile schlagen auch die Tequilaproduzenten Alarm: Das Angebot an Blauen Agaven, die den Grundstoff für den Schnaps liefern, ist um 35 Prozent gesunken, weil viele Bauern vom Agavenanbau auf Mais umstellen. In Nord- und Ostbrasilien breiten sich die Zuckerrohrplantagen für die Ethanolproduktion immer weiter aus. Wie in Kolumbien werden Kleinbauern verdrängt und müssen sich in sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen bei den Biosprit-Herstellern verdingen. Das Land erzeugt heute 21 Milliarden Liter Bioethanol pro Jahr aus Zuckerrohr. 2010 sollen es 30 Milliarden Liter sein. Dem Zuckerrohr muss Regenwald weichen, und auch das Pantanal ist bedroht. Bis 2050, fürchten Naturschützer, könnte dieses größte Feuchtgebiet der Welt verschwunden sein.
Keine Braugerste, kein Bier
Auch Deutschlands Biertrinker könnten bald unter dem neuen Goldrausch leiden. Denn es fehlt an Braugerste. Brauereien ohne ausreichende Vorräte drohen daher Produktionsengpässe. Ursache ist neben einer schlechten Ernte ein Rückgang der Anbaufläche. "Dies begann durch den sinkenden Bierkonsum", erklärt Kai Schürholt, Sprecher des Deutschen Brauerbundes. "Neuerdings gibt es jedoch eine Flächenkonkurrenz durch die Bioenergiebranche. Dadurch verringert sich der Braugerste-Anbau weiter, und die Bierpreise könnten steigen."Auch die deutsche Ernährungsindustrie sorgt sich um ihre Rohstoffe. Sie begrüße zwar den Ausbau der Bioenergien, doch um eine Beeinträchtigung der heimischen Nahrungsmittelproduktion zu vermeiden, dürfe sie der Staat nicht unangemessen fördern, verlautbarte jüngst ihre Bundesvereinigung.
Steigende Lebensmittelpreise und Hungerkatastrophen
Selbst in den USA steigen durch den Biosprit-Boom die Lebensmittelpreise. Bei Mais verdoppelten sie sich bereits, was in der Fleischproduktion die Kosten treibt. Raps- und Sojaöl legten bereits im vergangenen Jahr kräftig zu, und auch Alkohol als Rohstoff - unter anderem für Spirituosen - verteuerte sich weltweit um 25 Prozent.
Weil Agrarprodukte künftig im Lande bleiben, glauben Fachleute, gehe auch die Rolle der USA als globale Kornkammer verloren, was unter anderem die Nothilfe für Hungergebiete beeinträchtige. "Amerikas Farmer ernähren nicht länger die Welt", klagt Ken Cook von der Environmental Working Group in Washington. "Stattdessen ernähren sie Geländewagen." Weltweit, warnte soeben der bekannte Soziologe und frühere Schweizer Parlamentsabgeordnete Jean Ziegler, könne der Schwenk zu den Energiepflanzen zu 100 000 Hungertoten führen.
Biosprit zerstört Regenwald
Die Klimaneutralität des Biosprits entpuppt sich zunehmend als Mär.
In Malaysia und mehr noch in Indonesien werden riesige Regenwaldflächen zerstört, um Raum für Ölpalmen zu schaffen. Sie sind die ergiebigsten Energiepflanzen der Welt und bringen mit bis zu sieben Tonnen Öl pro Hektar und Jahr etwa zehnmal so viel Ertrag wie Soja. "Die Industrie entdeckt das Geschäft mit dem Palmöl, doch dieser Boom vernichtet tropische Wälder", klagt Reinhard Behrend, Leiter der Hamburger Umweltorganisation Rettet den Regenwald (RdR). Betroffen sind vor allem Torfsumpfwälder auf Borneo und Sumatra. Sie werden trockengelegt, die Vegetation wird abgefackelt. Jährlich müssen 500 000 Hektar Wald den Ölpalmenplantagen weichen.
Die Folgen ermittelte der Ökologe Florian Siegert von der Universität München. Auf Satellitenbildern identifizierte er 2006 in Indonesien, Malaysia und Brunei über 116 000 Feuer, davon 35 Prozent auf Torfböden. Sie setzten über zwei Milliarden Tonnen CO2 frei - fast zehn Prozent der globalen Emissionen. Rekordfeuerjahr in der Region war indes 1997/98. Damals bedeckte eine riesige Rauchwolke ganz Südostasien. Siegert dazu: "Es ist kaum vorstellbar, wie viele Ölpalmen es bräuchte, um diese Mengen durch Erdöleinsparungen zu kompensieren."
Torf zersetzt sich, CO2 wird frei
Nach Berechnungen der niederländischen Naturschutzorganisation Wetlands International werden durch die Zersetzung des Torfs pro Hektar und Jahr 70 bis 100 Tonnen CO2 frei. Für jede erzeugte Tonne Palmöl gelangen mithin 33 Tonnen des Treibhausgases in die Luft. Würde die daraus gewinnbare Energie durch die Verbrennung von Erdöl erzeugt, wären es nur drei Tonnen. In Indonesien heizt die Regenwaldvernichtung zudem soziale Konflikte an. Auch dort werden zahlreiche Menschen wegen der Plantagen von ihrem Boden vertrieben.**)
Gleichwohl verfeuern deutsche Blockheizkraftwerke jährlich 300 000 Tonnen Palmöl. In Schwäbisch Hall etwa ging unlängst eine 5-Megawatt-Anlage in Betrieb, mit einem Jahresverbrauch von 7500 Tonnen. Es werde von Altplantagen in Malaysia bezogen, versichern die Betreiber, zudem sei der Lieferant Mitglied des "Runden Tischs für nachhaltiges Palmöl", dem Erzeuger und Nutzer angehören. Dieses Gremium aber, kritisiert RdR-Chef Behrend, gewährleiste keine Produktionskontrolle.
Im Saarhafen Saarlouis-Dillingen plant ein Firmenkonsortium den Bau einer Anlage mit zwölf Blockheizkraftwerken. "Allein für deren Betrieb müssen 20 571 Hektar Regenwald sterben", fürchtet Andreas Kleber, Geschäftsführer der SPD-Fraktion im Dillinger Stadtrat. Zwar startete der saarländische Umweltminister Stefan Mörsdorf eine Bundesratsinitiative für eine nachhaltige Palmölproduktion, im Fall Dillingen hält er sich bis jetzt aber bedeckt.
Die Bioethanolherstellung schadet dem Klima
Die Bioethanolherstellung schadet dem Klima. Für Dünger, Pestizide, den Landmaschineneinsatz und schließlich die Verarbeitung von Maiskörnern und Zuckerrohr zu Sprit bedarf es viel fossiler Treibstoffe.
Deshalb gibt Bioethanol nur 20 Prozent mehr Energie her, als zu seiner Herstellung nötig war. Bei Pflanzenölen für Biodiesel in Mitteleuropa, etwa aus Raps, Sonnenblumen oder Rübsen, ist es mit der Klimawirkung ebenfalls nicht weit her. Sie erbringen einen Energieüberschuss von 50 Prozent. Bei Stärkepflanzen zur Ethanolproduktion ist die Bilanz etwas besser. Getreide erreicht trotz der energieintensiven Destillation einen "Erntefaktor" von 60 Prozent, Zuckerrüben sogar 100 Prozent. Unerfreulich fällt auch die Umweltbilanz der heutigen Energiepflanzen aus. Beim Rapsanbau, schreibt das Heidelberger Ifeu-Institut in einer Studie, schlagen der hohe Flächenverbrauch und der intensive Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln negativ zu Buche.
Die Zertifizierung der Rohstoffe
Trotz all der negativen Auswirkungen führt an der Nutzung der Biokraftstoffe kein Weg vorbei, dies konzedieren auch die Naturschützer. Die Pflanzen, fordern sie, müssen aus nachhaltigem Anbau stammen. Ebenso sei aber ihre bessere energetische Verwertung erforderlich. "Dann sind volle Tanks und volle Teller zugleich möglich", erkennt Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Grünen. Die Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion werde sich einpendeln, wenn erst einmal alle geeigneten brachliegenden Flächen genutzt werden. Bis dahin seien aber noch reichliche Marktverwerfungen zu erwarten.
Zwingend ist jedoch eine Zertifizierung der Rohstoffe, insbesondere des Palmöls. Das Bundeslandwirtschaftsministerium beauftragte bereits Experten mit der Ausarbeitung eines Zertifizierungssystems, das eine nachhaltige Produktion des Palmöls gewährleisten soll. Noch in diesem Jahr soll ein zweijähriger Probelauf beginnen. Umweltschützer sind skeptisch: In Deutschland könne doch niemand feststellen, ob in Indonesien Öl aus Raubbau-Plantagen unter zertifizierte Erzeugnisse gemischt werde, argumentieren sie.
China zieht die Notbremse
Als erstes Land zog jetzt China die Notbremse. Trotz seines wachsenden Energiebedarfs verfügte die Regierung Anfang Juni bei der Bioethanolproduktion ein Moratorium. Auch im Reich der Mitte waren durch den Energiepflanzenanbau die Preise vieler Lebensmittel rapide gestiegen. Jetzt sollen Wissenschaftler im Regierungsauftrag untersuchen, wie Energie- und Nahrungspflanzen koexistieren können. Erst wenn sichergestellt ist, dass Lebensmittel auch künftig preiswert und in ausreichender Menge zur Verfügung stehen, darf die Biosprit-Herstellung weitergehen. Für sie, verlautbarten Pekings rote Mandarine, habe die Ernährungssicherheit im Land oberste Priorität. Sie wissen aber auch, dass sonst Volksaufstände drohen, die ihre Herrschaft rasch beenden könnten.
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*) Mein Kommentar aufgrund einer Radionachricht von heute: GWBush, der US-Präsident, will die 2. Generation von Agrotreibstoffen fördern. Dank neuer Verfahren soll Äthanol aus Zellulose hergestellt werden. Hier wird ein Problem wiederum die Energieeffizienz sein; zudem: was geschieht mit unseren Böden, Mikroben, Pilzen, Käfern, Insekten wenn die Biomasse nicht mehr als Lebensraum zur Verfügung steht, sondern in rauen Mengen verfeuert/chemisch umgeformt wird?
**) Mein Kommentar aufgrund einer BBC TV Dokumentation, Save the Planet, von vergangener Woche:
Auch die letzten Populationen des vom Aussterben bedrohten Orang Utan - des dem Menschen am ähnlichsten Menschenaffen - sind durch diese Plantagen extrem in die Enge getrieben.
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