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Monday, 15 September 2008

Eilaktion Kolumbien: Menschenrechtsverletzungen gegen Arbeiter in Zuckerrohrplantagen

Meine Liebe, mein Lieber

Gerne leite ich eine Eilaktion der ask! – Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien – weiter. Danke fürs Lesen und Schreiben; ich kann Dir/Ihnen gerne den Protestbrief mailen. Einfach Kommentar mit e-Mail-Adresse hinterlassen; ich werde die Adresse nicht veröffentlichen.

Danke!


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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolumbieninteressierte

In den letzten Monaten haben die Arbeiter der Zuckerrohrindustrie begonnen, sich besser zu organisieren und die unhaltbaren Arbeitsbedingungen anzuklagen. Die Ausbeutung ihrer Arbeitskraft hat sich durch den Ethanolboom zusätzlich verschärft, neue Pflanzungen wurden angelegt. Am 14. Juni 2008 fand eine öffentliche Anhörung zu den schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen der cañeros – der Zuckerrohrarbeiter in Pradera statt (siehe dazu http://www.agrotreibstoffe.ch/Menschenrechtsverletzungen_Kolumbien.pdf).

Am 14. Juli 2008 präsentierten die Arbeiter einen Forderungskatalog und verlangen Verhandlungen darüber. Die einzelnen Zuckerfabriken (ingenios) und der Verband der Zuckerrohrproduzenten Asocaña zeigten bisher keinen Verhandlungswillen. Am 25. August 2008 fand eine Versammlung von über 7000 Arbeitern statt. Anlässlich dieser Versammlung wurde der Streik beschlossen. Seither ist die Region stark militarisiert und es gab willkürliche Entlassungen, Einschüchterungen und Drohungen durch staatliche Sicherheitskräfte sowie Todesdrohungen durch Unbekannte und durch paramilitärische Gruppen. Asocaña hat bisher die Verhandlungen noch nicht aufgenommen, obwohl sich selbst der Kongress der Republik Kolumbien eingeschaltet hat. Die Arbeiter stehen kurz davor, die Stunde Null des Streiks auszurufen.

Wir bitten Sie deshalb, die beiliegende Eilaktion mit Ihrem Namen und/oder Logo Ihrer Organisation versehen an untenstehende Adressen zu senden (Mail, Fax oder per Post). Wir entschuldigen uns für allfällige ungültige Faxnummern und Mailadressen, aber es ist sehr schwierig, funktionierende Adressen aufzutreiben.

Mit freundlichen Grüssen

Stephan Suhner

ask Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien
Fachstelle Bern
Postfach 5254
CH-3001 Bern
Tel. +41 31 311 40 20
Email fachstelle.bern @ askonline.ch [kein Hyperlink, bitte Adresse von Hand übernehmen]

URL www.askonline.ch

Adressen für die Eilaktion

Dr. Álvaro Uribe Vélez

Presidencia de la República

Carrera 8 # 7-26

Palacio de Nariño

Bogotá D.C

Fax (+57) (1) 5662071

auribe@presidencia.gov.co

Francisco Santos

Vicepresidente

fsantos@vicepresidencia.gov.co

fsantos@presidencia.gov.co

cefaro@presidencia.gov.co

ppdh@presidencia.gov.co

Dr. Volmar Antonio Pérez

Defensoría del Pueblo.

Calle 55 # 10 -32 Bogotá D.C

PBX: (+57) (1) 3147300

Procuraduría General de la Nación

webmaster@procuraduria.gov.co

cap@procuraduria.gov.co

Kolumbianische Botschaft

Dufourstrasse 47

3005 Bern

Fax: 031- 352 7072

eberna@cancilleria.gov.co

Kolumbianische Botschaft

Kurfürstenstraße 84
10787 Berlin
Fax: +49 (0) 30-26 39 61 25
E-Mail: info@embajada-colombia.de

Asocaña

A.A. 4448

Calle 58N # 3N-15 Cali - Colombia.

Fax: +57 (2) 6645888

Ingenio Mayaguez

Cra 100 No.11-90 of. 506
Cali - Colombia
Fax: +57 (2) 2611123

Ingenio del Cauca

Cra 9 No.28-103
Cali - Colombia
Fax: +57 (2) 4384909

Ingenio Central Castilla

Carrera 1 No.24-56
Cali - Colombia
Fax: +75 (2) 2606912

ventasingenio@riopaila-castilla.com

guicastro@riopaila-castilla.com

Thursday, 22 November 2007

Mit Vollgas in den Hunger – Brot statt Agrotreibstoffe!

Heute hat die ask! Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien mit einer Pressekonferenz in Bern die Kampagne gegen Agrotreibstoffe eröffnet.

Alle Informationen dazu und noch viel mehr findet Ihr / findest Du unter
http://www.agrotreibstoffe.ch


Ich hatte die Ehre, für unseren Besucher aus Kolumbien zu dolmetschen: Dr. Jesús Alfonso Flórez López ist Leiter der Pastoral Indígena von Quibdó, Kolumbien. Er ist Anthropologe, Universitätsprofessor, Pastor, ...
Gestern hat er in der Schweiz eine wichtige Studie vorgestellt: Report on Economic, Social and Cultural Rights of the indigenous and Afro-Colombian communities of the Colombian Pacific Coast. / Informe sobre los Derechos Económicos, Sociales y Culturales de las comunidades indígenas y afrocolombianas de la Costa Pacífica colombiana (Nov. 2007, con apoyo de MISEREOR y la asesoría de FIAN).

Der Bericht ist faktisch eine Gegendarstellung der katastrophalen Situation der Kleinbauern (vor allem Indigene und AfrokolumbianerInnen) an der kolumbianischen Pazifikküste zu Handen der UNO-Kommission für Wirtschaftliche, Soziale und Kulturelle Rechte (UNCESCR – UN COMMITTEE ON ECONOMIC, SOCIAL AND CULTURAL RIGHTS) zum kolumbianischen Regierungsbericht von 2006.

(Das UNCESCR tagt noch bis übermorgen in Genf: http://www.ohchr.org/spanish/)


Weitere Informationen und Vorschläge zum Thema Agrotreibstoffe und wie die drohende Energielücke geschlossen werden könnte, finden sich auf
http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/raps-ist-nicht-die-loesung/?src=HL&cHash=09295bc764

Hier der Titel aus der TaZ vom 19.11.2007:
Nachhaltigkeit geht anders -- Raps ist nicht die Lösung
KOMMENTAR VON TOBIAS MÜNCHMEYER*)

*) TOBIAS MÜNCHMEYER, geboren 1968 in Bielefeld, studierte Politikwissenschaft und ist derzeit stellvertretender Leiter der Politischen Vertretung von Greenpeace in Berlin. Er ist dort vor allem für den Bereich Energie- und Klimapolitik zuständig.
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In seinem Kommentar kritisiert Münchmeyer einen Debattenbeitrag von Bärbel Höhn: Biosprit muss nicht schädlich sein. Der findet sich unter http://www.taz.de/1/debatte/kommentar/artikel/1/biosprit-muss-nicht-schaedlich-sein/?src=SE&cHash=5a6d3b6b91

Wednesday, 5 September 2007

Alliance Sud zum Gebana-Pilotprojekt "Bio&Fair Treibstoff"

Guten Tag und willkommen zum neuesten Eintrag in meinem Blog.

Heute möchte ich eine Stellungnahme von Alliance Sud zu einem Ag(g)rotreibstoff-Projekt der Gebana mit Euch teilen. Kolumbien ist insofern betroffen, als die gegenwärtige Regierung irrsinnige Projekte verfolgt, auf Hunderttausenden von Hektaren Land – auch bisher unberührte Urwälder mit unermesslichen Schätzen an Flora und Fauna – Ölpalmen für die Produktion von sogenanntem Biodiesel anzupflanzen. Was dabei verschwiegen wird, sind Vertreibungen von Tausenden von Kleinbauern, die Zerstörung von unberührter Natur, die Tatsache, dass eine Ölpalm-Plantage eine Lebenszeit von ca. 30 Jahren hat -- danach ist der Boden wegen dichter Wurzelung kaum mehr für etwas zu brauchen, oder nur mit riesigem Aufwand. Wieder einmal regieren kurzfristige Profitinteressen. Natürlich ist es nicht die kolumbianische Regierung, die da allein wirkt – dafür braucht es die Ag(g)roindustrie, und dazu gehören auch Multis mit Sitz in der Schweiz (zB Syngenta, einem der grössten Chemiemultis der Welt -- via Novartis aus dem Zusammenschluss Mitte der 1990er Jahre von Sandoz und Ciba entstanden).

Mit Nachdruck unterstütze ich die Aussage von Rosmarie Bär im nachfolgenden Communiqué: "Der Weg in eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik führt über eine CO2-Abgabe, über Effizienz und Sparsamkeit."

Danke für Ihre/Deine Mitarbeit, damit wir diesem Ziel Tag für Tag näher kommen.


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Gebana-Pilotprojekt „Bio&Fair Treibstoff“
Stellungnahme [von Alliance Sud] an der Medienkonferenz vom 28. August 2007

Fair Trade mit Biotreibstoffen?

Von Rosmarie Bär, Alliance Sud
(http://www.alliancesud.ch/deutsch/pagesnav/frames.htm)

Ich halte es gleich zu Beginn und unmissverständlich fest: Alliance Sud hat nicht die Seite gewechselt. Weder stimmen wir in ein generelles Lied der Euphorie auf Agrotreibstoffe aus Entwicklungsländern ein, noch verschenken wir doppelte Cumuluspunkte an die Migrol. Für Alliance Sud sind Agrartreibstoffe aus dem Süden kein taugliches Mittel, um den globalen Klimawandel zu stoppen, noch eine Chance für Entwicklungsländer, mit dem Export dieser Treibstoffe auf breiter Basis ihre Armut zu verringern.

Vier Medienmitteilungen, die in den letzten Wochen erschienen sind, zeigen, wie berechtigt und nötig eine kritische Haltung zum energie- und klimapolitischen Bestseller mit der verführerischen oder vielmehr irreführenden Bezeichnung „Biotreibstoffe“ ist:

Die erste Meldung: Die Gesellschaft für bedrohte Völker warnt davor, „dass der Bioenergieboom in Europa Millionen Ureinwohnerinnen und Ureinwohner in Ländern des Südens in Bedrängnis bringt. Allein in Indonesien und Malaysia sind rund 47 Millionen Angehörige indigener Völker von der geplanten Ausweitung des Anbaus von Ölpalmen betroffen“.

Die zweite Mitteilung kommt von der internationalen Wasserwoche in Stockholm: „Expertinnen und Experten haben in Stockholm vor einer massiven Wasserverknappung durch die erwartete Massenproduktion von Ethanol und anderen Biotreibstoffen für Autos gewarnt. Als ungelöstes Problem bezeichneten sie auch die Notwendigkeit riesiger Anbauflächen für die Biobrennstoffe.“

Die dritte Meldung: „Die Produktion von Biotreibstoffen kann weltweit zu Hunderttausenden von Hungertoten führen, warnt Jean Ziegler, UN-Sonderbotschafter für das Recht auf Nahrung. Laut Ziegler breiten sich in Nord- und Ostbrasilien immer mehr Zuckerplantagen für die Ethanol-Produktion aus, wodurch immer weniger Land für Kleinbäuerinnen und Kleinbauern übrig bleibe.“

Die vierte Meldung ist ein Protestschreiben von europäischen NGOs an ihre Regierungen: „Die Europäische Investment Bank (EIB) plant die Vergabe von Krediten über gut 37 Millionen Euro an EU-Konzerne, die in den brasilianischen Markt für Agrotreibstoffe investieren wollen. Das hat noch mehr Monokulturen zur Folge, bedroht sensible Ökosysteme wie Amazonas und Pantanal sowie die Nahrungsmittelversorgung der armen Bevölkerung“.

Trotzdem nimmt Alliance Sud an dieser Medienkonferenz teil. Weshalb? Weil wir das Pilotprojekt, das Gebana heute lanciert, aus unserer kritischen entwicklungspolitischen Perspektive geprüft und an den Kriterien gemessen haben, an die der Einsatz von „Biotreibstoffen“ – zusätzlich zu einer positiven Ökobilanz – zwingend gebunden werden muss. Zu welchen Schlüssen sind wir dabei gekommen?

1. Das Pilotprojekt kommt für die Schweiz zur richtigen Zeit. Im Moment läuft auf Bundesebene die Vernehmlassung zur Revision der Mineralölsteuerverordnung. Bekanntlich sollen nach dem Willen des Bundesrates und des Parlamentes als Beitrag zum Klimaschutz vermehrt Agrotreibstoffe getankt werden. Dazu sollen sie ab dem 1.1.08 von der Mineralölsteuer befreit werden. Allerdings hat das Parlament – nicht zuletzt auf Druck von Hilfswerken und Umweltorganisationen – als Voraussetzung für die Steuerbefreiung eine positive ökologische Gesamtbilanz ins Gesetz geschrieben, aber auch soziale Produktionsstandards verlangt. Das federführende Finanzdepartement behauptet nun, die soziale Dimension sei bis auf weiteres nicht zu fassen, man müsse auf ein internationales Label warten und das brauche Zeit. Eine solche Ignoranz der gesetzlichen Auftrages ist nicht akzeptabel.

Gebana liefert mit ihrem Pilotprojekt den Beweis, dass es soziale Kriterien gibt, die erfüllt werden können und müssen, u.a.:
• Soziale und gesundheitliche Mindestanforderungen nach den ILO-Konventionen
• Keine Kinderarbeit
• Existenzsichernde Löhne
• Organisationsfreiheit und Kollektivverhandlungen
• Lohngleichheit von Mann und Frau
• Schutzkleidung etc.

2. Das Pilotprojekt untergräbt weder die Ernährungssicherheit der Bevölkerung noch treibt es die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Es wird kein Land beansprucht oder weggenommen, auf dem bis anhin Nahrungsmittel gepflanzt wurden: Es wird nicht für den Tank statt für den Teller produziert.

3. Beim Gebana-Projekt handelt es sich nicht um industrielle Plantagen und Monokulturen in der Hand von Agro- und Erdöl-Konzernen mit sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen. Es sind selbständige Kleinbauernfamilien, die auf ihrem Land unter dem Label „bio&fair“ Soja als Nahrung für Menschen pflanzen. Vom „Nebenprodukt“ Sojaöl ihrer Lebensmittelproduktion können sie zusätzlich profitieren.

4. Das Gebana-Pilotprojekt führt in diesem Rahmen zu keinen Abholzungen und Rodungen. Umso wichtiger ist es, dass Gebana die Warnung des Umweltberatungsunternehmens Carbotech ernst zu nehmen, wenn es in seiner Studie schreibt: „... zudem ist zu beachten, dass jede zusätzliche Nutzung von Sojaöl zu einem erhöhten Druck auf den Urwald und damit indirekt zu einer Abholzung führen kann“.

Das Fazit aus entwicklungspolitischer Sicht: Das Pilotprojekt zeigt klar die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen und die Gefahren des Agrotreibstoff-Geschäfts auf. Wir bewerten das Pilotprojekt positiv, weil es zeigt, dass es auch anders geht. Es zeigt eine Alternative auf zur weltweiten Agrotreibstoff-Produktion, mit all ihren verheerenden ökologischen und sozialen Folgen.

Nach wie vor aber gilt: An den Agrartreibstoffen wird das Klima nicht genesen und die Ölabhängigkeit der Industriestaaten nicht verringert. Insbesondere im Verkehrsbereich nimmt der Energieverbrauch – wie wir alle wissen – weiterhin zu. Agrotreibstoff wird lediglich als zusätzliche Energiequelle für einen weiterhin steigenden Energiebedarf angezapft. Es ist deshalb ein falscher Ansatz und greift zu kurz, wenn wir Agrotreibstoffe fiskalisch begünstigen, gleichzeitig immer mehr und immer verbrauchsintensivere Autos herumfahren und immer mehr Lastwagen quer durch Europa unterwegs sind. Der vermeintliche Weg aus der Treibhausfalle ist so eine Sackgasse. Nicht zuletzt, weil die grössten Verbraucher von Agrotreibstoffen, unter ihnen die USA, gegen jegliche Veränderung des Mobilitätsverhaltens und der Konsum- und Produktionsmuster in den Industrieländern sind. Sie weigern sich auch, auf internationaler Ebene verbindliche Klimaschutzziele zu anerkennen. Der Weg in eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik führt über eine CO2-Abgabe, über Effizienz und Sparsamkeit.

Vor allem aber greifen wir mit der gegenwärtigen „Agrotreibstoff-Politik“ nach der Nahrung der Ärmsten, um unsere Autos zu füttern. Dies kommt einem neokolonialen Übergriff gleich, mit dem wir die Menschenrechte in den Entwicklungsländern verletzen, nicht zuletzt das Recht auf Nahrung. Watch Indonesien, eine NGO, die sich mit der Problematik befasst, appellierte kürzlich an der UNO in New York: „Löst eure Energieprobleme nicht auf unsere Kosten!“

Mit seinem Pilotprojekt beherzigt Gebana diese Aufforderung. Nicht mehr und nicht weniger.

Kontakt: Rosmarie Bär
Gebana AG: http://www.gebana.com/htm/vom_bauern_d.htm
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Quelle dieses mit ausdrücklicher Genehmigung der Autorin hier veröffentlichten Artikels: http://www.alliancesud.ch/deutsch/pagesnav/frames.htm

Tuesday, 14 August 2007

Aggrosprit verteuert Nahrungsmittel und bewirkt Wassermangel

Liebe Leute

Heute leite ich einen Artikel aus dem "Spiegel" weiter, den ich via http://www.regenwald.org erhalten habe. Indirekt hat er sehr viel mit schrecklichen Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien zu tun. Aber auch in vielen anderen Ländern der sogenannten Dritten Welt führt unser irrer Energieverbrauch zu riesigen Problemen:


Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,499588,00.html

Experten fürchten Wassermangel durch Biosprit-Boom

Die Debatte um den Biosprit bekommt neue Dimensionen: Experten warnen vor einer massiven Wasserknappheit, sollte die Produktion von Kraftstoff aus Biomasse weiter steigen. In Deutschland warnt die Lebensmittelindustrie vor Preissprüngen durch den vermeintlichen Öko-Sprit.

Stockholm - Kraftstoffe wie Biodiesel und Ethanol genießen das Image ökologisch und politisch neutralen Sprits. Doch dieser schöne Schein bekommt hässliche Flecken: Umweltschützer warnen vor den dramatischen Folgen, sollte insbesondere in Asien und Lateinamerika immer mehr Regenwald den rapide wachsenden Ackerflächen zum Opfer fallen. Auch soziale Verwerfungen und ethische Fragen kommen ins Spiel: Kann man guten Gewissens Biosprit in Automotoren verfeuern, wenn das für 120 Liter Ethanol nötige Getreide ein Jahr lang einen Menschen ernähren könnte?

[AP-Foto von Ethanol-Tanks in Brasilien: In Südamerika führt der Biosprit-Boom zur massiven Abholzung von Regenwald]
Ethanol-Tanks in Brasilien: In Südamerika führt der Biosprit-Boom zur massiven Abholzung von Regenwald

Die Argumente gegen den Biosprit werden immer zahlreicher. Experten haben jetzt vor einer weiteren möglichen Folge des Biosprit-Booms gewarnt. Zum Auftakt der Weltwasserwoche legte das Stockholm International Water Institute Berechnungen vor, denen zufolge die Massenproduktion von Ethanol und anderen Biobrennstoffen zu einer gefährlichen Wasserverknappung führen könnte. Bis 2050 sei durch den Anbau von Biobrennstoffen eine Verdoppelung der derzeitigen Wassernachfrage aus der Landwirtschaft zu erwarten.

Auch hierzulande haben Fachleute davor gewarnt, im Biosprit die Lösung der Energiefrage zu sehen - auch mit Blick auf den Klimawandel. Das Umweltbundesamt hält das Öko-Image des Biosprits für wenig angebracht: Er trage so wenig zum Klimaschutz bei, dass die Bundesregierung die Förderung korrigieren sollte. Der Anteil der Biotreibstoffe am deutschen Gesamtmarkt soll bis 2015 auf acht Prozent steigen, europaweit wird ein Biosprit-Anteil von 5,75 Prozent angepeilt. Doch selbst das ist nach Berechnungen der EU nur zu 75 Prozent möglich, ohne auf Importe zurückzugreifen. Und die müssten vor allem aus Südamerika und Asien kommen.

Dort aber könnte der Biosprit-Boom zu schweren sozialen Verwerfungen führen. Die Vereinten Nationen etwa haben jüngst davor gewarnt, dass durch die massive Ausweitung von Ackerflächen allein in Indonesien Millionen von Menschen in die Flucht getrieben werden könnten. Lester Brown, Präsident des Earth Policy Institute in Washington, hat jüngst in einem Essay für den SPIEGEL (mehr...) vor einem "Konflikt zwischen den 800 Millionen Autobesitzern und den weltweit zwei Milliarden Allerärmsten" gewarnt.

Preissteigerungen in Deutschland

Die Folgen des wachsenden Dursts auf Biotreibstoffe bekommen inzwischen auch die deutschen Verbraucher zu spüren. Schon jetzt sind die Preise für Palm- und Rapsöl, Weizen und Mais nach Informationen des SPIEGEL dramatisch gestiegen. Glukose, die bei der Fruchtgummiherstellung benötigt wird, verteuerte sich 2006 um 30 Prozent. "Wir werden die Preise bis Ende des Jahres halten", sagt Haribo-Sprecher Marco Alfter, danach aber könnten die Goldbärchen teurer werden. "Wichtig wird sein, ob die Politik weiterhin das Verbrennen von Lebensmitteln subventionieren wird", so Alfter.

Die deutsche Nahrungsmittelindustrie macht inzwischen mobil gegen Biosprit: Vertreter der Mühlen, Großbäcker, Brauer und Süßwarenproduzenten sowie der Tierfutterhersteller haben ein "Netzwerk Lebensmittel-Forum" gegründet, um auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die die Produktion von Bioenergie anstelle von Lebensmitteln mit sich bringt. "In zwei bis vier Jahren kann es zu substanziellen Problemen mit der Ernährung der Bevölkerung kommen", sagte Karl-Heinz Legendre vom Verband der Margarineindustrie.

Peter Hahn vom Deutschen Brauer-Bund berichtet, dass weniger Gerste angebaut wird, weil die Bauern für Biosprit das Doppelte an Förderung kassieren. Ergebnis: Der Preis für eine Tonne Malz hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie wird sich Ende Oktober auf ihrer Jahrestagung mit der angespannten Rohstoffsituation befassen.

mbe/dpa
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Saturday, 4 August 2007

Etwas zu Europa

Meine Liebe, mein Lieber
Heute schicke ich schlicht einen Aufruf der Regenwald.org weiter -- alles andere lest Ihr bitte unten.
Ich finde diese Idee der EU absolut skandalös. Wäre Zeit, dass wir SchweizerInnen endlich der EU beitreten, damit wir uns mit anderen Ländern gegen solche hirnrissige Ideen einsetzen können!
Mit immer noch optimistischen Grüssen – schönes Wochenende!

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Liebe Freundinnen und Freunde des Regenwaldes,

durch die geplante Aussetzung der Flächenstillegungen durch den europäischen Landwirtschaftskommissar für die Saison in 2008 drohen die europäischen Vogel- und Insektenpopulationen dezimiert zu werden. Diese unerwartete Initiative soll die Antwort auf steigende Getreidepreise sein, die vom Agrarenergieboom verursacht werden und die die Auswirkungen auf den Klimawandel verschärfen.
Fordern Sie die EU auf: Opfern Sie nicht unsere Vögel und Insekten für die Ausweitung der Produktion von Agrarenergie!
Mehr Infos und einen Musterbrief finden Sie unter http://www.regenwald.org

Bitten Sie auch Freunde und Bekannte, bei der Aktion mitzumachen. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Herzliche Grüße

Reinhard Behrend
Rettet den Regenwald e.V.
Friedhofsweg 28
22337 Hamburg
Tel. 040 – 410 3804
Fax 040 – 450 0144
info@regenwald.org
http://www.regenwald.org
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